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Cottbus diskutiert über Ostsee-Buga

Cottbus. Als Glücksfall für die Stadt Cottbus gilt noch immer die heute vor genau 20 Jahren eröffnete Bundesgartenschau (Buga). Geht es nach dem damaligen Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt, soll es nicht die einzige Buga bleiben. So plädiert der CDU-Mann für eine Neuauflage im Jahr 2025. Die Gartenschau könnte der Entwicklung des Ostsees einen Schub verpassen und in der Stadt eine neue Euphorie entfachen. Sven Hering

Es gibt bestimmte Tage in seinem Leben, die wird der ehemalige Cottbuser Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt (CDU) nicht mehr vergessen. Der 29. April im Jahr 1995 gehört dazu. Heute vor genau 20 Jahren ist in Cottbus die Bundesgartenschau eröffnet worden. "Es war ein ausgesprochen strahlender Tag und die Stimmung zur Eröffnungsveranstaltung im Stadion der Freundschaft war der absolute Höhepunkt", sagt der 73-Jährige. "An dem Tag haben die Cottbuser ihre Stadt geliebt."

Eine ähnliche Begeisterung wünscht sich Kleinschmidt noch einmal für seine Stadt. "Cottbus braucht eine Ostsee-Buga", erklärte der CDU-Politiker am Dienstag. Kleinschmidt denkt an das Jahr 2025. Da bliebe noch genügend Vorbereitungszeit.

Er selbst hatte damals mit seiner Rathaus-Mannschaft und der Buga GmbH in Rekordzeit von gerade einmal knapp drei Jahren das Gartenschau-Großprojekt vorbereitet. Berlin war als eigentlicher Austragungsort abgesprungen, Cottbus nutzte die Chance. "Wir haben damals nicht auf Überstunden geachtet, sondern einfach gearbeitet", erinnert sich Kleinschmidt.

Allerdings musste er zuvor noch die Stadtverordneten überzeugen. "Die wollten es erst nicht", so Kleinschmidt. Es regnete in die Schulen rein und der Kleinschmidt will eine Blumenschau machen - diese Sprüche musste sich das damalige Stadtoberhaupt anhören. Doch am Ende konnte Kleinschmidt seine Kommunalpolitiker überzeugen.

Die Ergebnisse sind bekannt. Rund zweieinhalb Millionen Besucher kamen in die Stadt. Rund 120 Millionen Mark wurden damals in die Schau investiert, 20 Millionen davon steuerte die Stadt bei. Doch noch viel wichtiger seien die privaten Investitionen gewesen. Laut Kleinschmidt sind 1,8 Milliarden Mark ausgegeben worden, um die Infrastruktur in Ordnung zu bringen. Neue Hotels wurden gebaut. Die Autobahn nach Berlin bekam vier Spuren. Der Bahnhof wurde in Schuss gebracht.

Einen ähnlichen Schub kann sich Kleinschmidt auch für eine Ostsee-Buga vorstellen. "Wenn die öffentliche Hand Geld ausgibt, folgen automatisch private Investitionen", ist sich Kleinschmidt sicher.

Doch die Überzeugungsarbeit bei den Stadtverordneten muss jetzt ein anderer übernehmen. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) sprach am Dienstag in einer ersten Reaktion von einem "interessanten Vorschlag". Diesen müsse er aber zunächst mit den Abgeordneten bereden. Als Berater stünde ihm Waldemar Kleinschmidt sicherlich zur Verfügung.