Von Georg Zielonkowski

Die Cottbuser Snooker-Freunde haben zu abenteuerlichen Methoden gegriffen, um sich einen dritten Snookertisch – einen Spieltisch für die Billard-Variante Snooker – zu beschaffen. Vereinschef Jeffrey Hadzik erzählt: „Die 4000 Euro für einen neuen Tisch hatten wir nicht, so mussten wir nach günstigen Angeboten Ausschau halten.“ In der Schweiz wollte die Firma Bonafair einen Tisch abgeben, jedoch nur an einen Verein, der diese Sportart engagiert betreibt, so Hadzik. Die Cottbuser versuchten es dennoch: „Unsere Bewerbung, in der wir von unserem jungen Verein berichteten, der aber dennoch schon bedeutende Turniere mit Beteiligung von Main-Tour-Teilnehmern durchgeführt hat, bekam den Zuschlag für den kostenlosen Erwerb dieses Tisches.“

Doch schwieriger als der Gewinn des Snookertisches sollte sich der Transport vom Bodensee nach Cottbus herausstellen – und später auch das Transportieren in die zweite Etage der Karl-Liebknecht-Straße 47 b. „Mit dem an unseren Privatwagen angekuppelten Pferdetransporter, den uns unser Mitglied Manfred Poppe zur Verfügung stellte, sind wir zu viert in die Schweiz gefahren und haben das gute Stück in kurzer Zeit abgebaut, verladen und in einem 24-Stunden-Ritt nach Cottbus geholt“, berichtet der Vereinschef. „Den Tisch mit seinen 1,2 Tonnen Gewicht die vielen Stufen zu viert durchs enge Treppenhaus zu wuchten, war fast schon zu viel des Guten.“ Der Transport in den neuen Raum zu elft sei dann die letzte Hürde gewesen. „Aber wir haben es geschafft!“, freute sich Jeffrey Hadzik am Tag der 6. Lausitzer Snooker Open. Mit der neuen Spielstätte konnte er alle Teilnehmer überraschen.

So zeigte sich auch Turniersieger Jason Moxhay geradezu begeistert: „So einen perfekten Raum sieht man tatsächlich selten bei den Snooker-Turnieren. Auch ist ein dritter Tisch im Sinne der kürzeren Spielzeit. Ich erinnere mich an 2016, als ich trotz fünf Stunden Pause zwischen den Matches, zum ersten Mal hier gewinnen konnte.“ Man könne den Cottbusern wirklich nur zu dieser Errungenschaft gratulieren. „Ich werde sicher auch nächstes Jahr wiederkommen“, so der aus England stammende Ex-Bundesligaspieler, der sich über den leichten Lauf der Kugeln freute. Was daran lag, dass noch am Vorabend des Turniers alle drei Tische mit neuen Tüchern bespannt wurden. Auch Sascha Lippe hatte an dieser Stelle perfekt gearbeitet.

Den Wunsch nach einem dritten Tisch hatten die Snooker-Freunde schon lange gehabt. Vorrangig deshalb, um als Verein zu wachsen und die vom 1. Cottbuser Snooker Club organisierten Turniere zeitlich deutlich zu verkürzen. Erforderlich für das Aufstellen eines dritten Spieltisches war allerdings zugleich, dass eine größere Spielstätte gefunden wird. Einem glücklichen Umstand verdankt es der 17 Aktive zählende Verein, dass auf der gegenüberliegenden Flurseite des bisherigen Domizils in der zweiten Etage des Ausbildungsgebäudes der Deutschen Bahn ein 178 Quadratmeter großer Raum verfügbar wurde. Dieser wurde zunächst auch dank einiger Unterstützer, die den über 10 000 Euro teuren Umbau erst ermöglichten, sehr aufwändig hergerichtet. Fußboden- und Malerarbeiten übernahm Mitglied Hans Best. Dazu die perfekte Beleuchtung: All das bescherte am Ende ein ausgesprochen angenehmes Flair für Training und Wettkampf.