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| 18:50 Uhr

Cottbus
Damit die Stimmen zählen

 Wahlleiter Thomas Bergner (l.) und sein Mitarbeiter Andreas Pohle sichten die Unterlagen für die anstehenden Kommunalwahlen in Cottbus.
Wahlleiter Thomas Bergner (l.) und sein Mitarbeiter Andreas Pohle sichten die Unterlagen für die anstehenden Kommunalwahlen in Cottbus. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Cottbus. Die Regeln für die anstehenden Wahlen sind kompliziert, die Stimmzettel lang. Von Andrea Hilscher

Andreas Pohle, Leiter des Wahlbüros in Cottbus, ist schon voll im Wahlmodus. Rosa- und fliederfarbene Stimmzettel, Wahlkreiskarten, Briefwahlunterlagen – für den 26. Mai ist eigentlich fast schon alles vorbereitet. „Ein paar Wahlhelfer als Reserve könnten wir noch gebrauchen“, sagt Pohle. Ansonsten sei alles geklärt.

Wahlberechtigt sind 78 706 Einwohner für die Europawahl, 81 538 Einwohner für die Kommunalwahl und 13 779 Einwohner für die Ortsbeiratswahlen. Andreas Pohle: „In Brandenburg darf man schon ab 16 an der Kommunalwahl teilnehmen, an der Europawahl erst ab 18. Daher die Unterschiede.“

Wahllokale gibt es dieses Mal 84. Tipp: Manche Örtlichkeiten haben sich seit der letzten Wahl verändert, also genau auf den Wahlschein gucken.

Europawahl: Hier stehen in diesem Jahr 40, also fast doppelt so viele Kandidaten wie beim letzten Mal auf dem Zettel. Jeder Wähler kann auf dem langen, lindgrünen Wahlzettel ein Kreuz machen. Neben den klassischen Parteien gibt es Gruppierungen wie das Bündnis für Grundeinkommen, eine Tierschutzpartei, „Liebe“ oder die Violetten, eine Kleinstpartei für Spirituelles.

Kommunalwahl: 302 Kandidaten aus zehn Parteien und Bündnissen kandidieren in vier Wahlkreisen. Die SPD stellt dabei alleine 69 Kandidaten, so viel wie noch nie eine Partei vor ihr. Jeder Wähler kann auf den rosafarbenen Stimmzetteln mindestens ein, maximal drei Kreuze machen, damit der Stimmzettel gültig ist.

Ortsbeiräte: Hier sind die Wahlzettel fliederfarben. Ortsbeiräte werden für elf Ortsteile gewählt, erstmals ist auch Saspow dabei. Die Wähler in Kiekebusch müssen sich gedulden: Da wichtige Unterlagen zu spät eingereicht wurden, ist Kiekebusch am 26. Mai nicht bei den Wahlen zum Ortsbeirat vertreten. Nachholtermin ist der 1. September (Landtagswahl).

Panaschieren und kumulieren: Nach brandenburgischem Wahlrecht können Wähler alle drei Stimmen einem einzigen Kandidaten geben, sie können ihre Stimmen auch auf mehrere Parteien und unterschiedliche Kandidaten verteilen. Auf welchem Listenplatz ein Kandidat steht, ist egal. Die absolute Zahl der für einzelne Kandidaten abgegebenen Stimmen beeinflusst nur die Sitzverteilung innerhalb seiner Liste (Partei), über die Anzahl der Sitze für eine Liste entscheidet die Gesamtzahl der Stimmen für alle ihre Bewerber

Zahl der Sitze: Da Cottbus zum Zeitpunkt der Wahlfestlegung über 100 000 Einwohner hatte, steigt die Anzahl der Sitze in der Stadtverordnetenversammlung von 46 auf 50. Die Verteilung dieser Sitze wird nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren berechnet. Kompliziert.

Briefwahl: Die Beantragung eines Wahlscheins mit Briefzustellung ist bis 23. Mai um 23 Uhr über den Online-Dienst cottbus.de möglich. Andreas Pohle: „Das Verfahren wird immer beliebter. Bisher haben schon knapp 2500 Cottbuser die Briefwahl beantragt.“

Auszählung: In den 48 Wahllokalen werden am 26. Mai ab 18 Uhr die Stimmen gezählt. Zunächst wird die Europawahl abgearbeitet. Ab etwa 20 Uhr beginnen die Wahlhelfer mit der Auszählung der Stimmen für die Kommunalwahl. Kleine Wahllokale wie in Madlow, Saspow oder Skadow werden gegen 21 Uhr erste Ergebnisse vermelden können, gegen 22 Uhr rechnet Andreas Pohle mit einem belastbaren Trend.

Ergebnisse werden zeitnah im Internet und über eine spezielle Wahl-App veröffentlicht.

Prognosen: Gibt Andreas Pohle grundsätzlich nicht ab. „Ich weiß, dass es Methoden gibt, um auszurechnen, welche Stimmenzahl theoretisch reichen müsste, um einen Sitz zu erreichen.“ Dabei gebe es aber zu viele Unwägbarkeiten. „Die Wahlbeteiligung ist wichtig, auch die Ergebnisse der anderen Kandidaten.“ Bei den letzten Kommunalwahlen holte Wolfgang Bialas (CDU) mit 3112 die höchste Stimmenzahl. Christina Gerth (damals Frauenliste) reichten 233 Stimmen für den Einzug ins Stadtparlament.

Die neuen Stadtverordneten werden nach Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses angeschrieben, ob sie die Wahl annehmen möchten oder nicht.

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Logo Wahlen 2019 FOTO: LR / Janetzko, Katrin