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| 02:33 Uhr

Cottbus bleibt über Großstadt-Marke

Cottbus profitiert von starkem Zuzug: 2016 zogen laut Statistik rund 6200 Menschen in die Stadt.
Cottbus profitiert von starkem Zuzug: 2016 zogen laut Statistik rund 6200 Menschen in die Stadt. FOTO: Mario Behnke
Cottbus. Cottbus ist wieder eine Großstadt. Nach sechs Jahren kletterte die Einwohnerzahl im Oktober 2016 über die 100 000er-Marke. Seither legt die Stadt weiter zu. Hauptgrund ist der Zuzug von Flüchtlingen. Peggy Kompalla

Cottbus wächst - dieses Motto hat Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) zum Jahresauftakt ausgegeben. Und es stimmt - zumindest für das zurückliegende Jahr. Zum Stichtag 31. Dezember 2016 lebten genau 100 332 Menschen in Cottbus. Das sind 813 mehr als im Vorjahr.

In der Stadt wurde mehr geboren und weniger gestorben als 2015. Es sind mehr Menschen nach Cottbus gezogen, weniger haben ihr den Rücken gekehrt. Der Saldo aus diesen vier Posten ist ein deutliches Plus von rund 880 Einwohnern. Zum Vergleich: 2015 lag die Differenz bei 260. Das verdeutlicht die Wachstumsdynamik, die Cottbus derzeit vorlegt. Besonders stark schlagen dabei die Zuzüge zubuche. Einen großen Anteil daran haben die Flüchtlinge, erklärt Carsten Konzack. Als Leiter des Bürgerservice' ist er unter anderem für die Melde- und Ausländerbehörde verantwortlich.

Beeinflusst wird diese Entwicklung von der Änderung des Aufenthaltsgesetzes, wonach anerkannte Flüchtlinge drei Jahre lang nur in dem Bundesland leben dürfen, dem sie zugeteilt worden sind. Das bedeutet, die Menschen dürfen nur innerhalb von Brandenburg umziehen. Da sei Cottbus als Ballungszentrum attraktiv. Zuzug aus anderen Bundesländern ist dagegen nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. "Daran halten wir uns", sagt Konzack. "Es gibt nur begründete Ausnahmen - etwa bei Familienzusammenführungen oder wenn jemand in Cottbus einen Studienplatz bekommt."

Im vergangenen Jahr sind rund 6200 Menschen nach Cottbus gezogen. Das sind rund 530 mehr als im Jahr 2015. Carsten Konzack betont: "Hinter dieser Zahl verbergen sich nicht nur Flüchtlinge, sondern Cottbus ist als Oberzentrum für viele Menschen attraktiv. Besonders stark beobachten wir, dass ältere Menschen vom Umland nach Cottbus ziehen, ihre Eigenheime gegen eine Stadtwohnung und eine bessere Versorgung eintauschen."

Von dem Zuzug profitieren fast alle Stadtteile - Mitte, Ströbitz und Sandow am stärksten. Es sind eher die dörflichen Stadtteile, die Einwohner verlieren - aber auch das nur in stark gebremstem Maße (siehe Grafik).