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Cottbus bekommt zwei neue Schulen

Cottbus. Der Bildungsausschuss hat das überarbeitete Schulentwicklungskonzept bis 2022 für beschlussfähig befunden und damit dem Stadtparlament empfohlen. Peggy Kompalla

Damit ist die Neuerrichtung einer 13. Grundschule in Stadtmitte und einer dritten Oberschule in Schmellwitz fast beschlossene Sache. Damit nicht genug: Fünf Schulen müssen schon zum nächsten Schuljahr ihre Kapazitäten erweitern. Das allein kostet fast 51 000 Euro. Eine zusätzliche Gesamtschule hat nochmals eine Absage erhalten. Dafür fehlten schlicht die Schüler, die bis zur Hochschulreife gehen.

Das nötige Geld zur Klassenerweiterung soll kurzfristig aus dem laufenden Budget genommen werden. Das regte Proteste von Lothar Nagel (SPD). Er selbst ist Leiter der Regine-Hildebrandt-Grundschule. Er kennt die Befindlichkeiten nur zu gut. "Diesen außergewöhnlichen Aufgaben sollten wir Rechnung tragen, aber das darf nicht zulasten der Schulen gehen, die ordentlich haushalten und ihre Anträge gestellt haben. Ansonsten verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit", betonte Nagel. Joachim Bischoff vom zuständigen Amt für Schulverwaltung versicherte: "Eine Deckung der Ausgaben ist geplant, um keine Ungerechtigkeiten entstehen zu lassen."

Seinen Ausführungen zufolge benötigt die Erich-Kästner-Grundschule mit 24 700 Euro den größten Posten. Um zusätzlich eine dritte erste Klasse einschulen zu können wird ein PC-Raum zum Klassenraum umgebaut. An der Paul-Werner-Oberschule und der Theodor-Fontane-Gesamtschule gibt es jeweils eine zusätzliche siebente Klasse. Für das Herrichten der Räume sind 7100 und 6000 Euro nötig. Am Cottbuser Oberstufenzentrum werden für 6000 Euro zwei zusätzliche Klassen eingerichtet. Dafür muss die Volkshochschule ausziehen. Und an der Spreeschule an der Rudniki, der Förderschule für Kinder mit geistiger Behinderung, muss ebenfalls Platz für eine dritte Eingangsklasse geschaffen werden. "Dafür opfert die Schule schweren Herzens ihren Musikraum", berichtet Bischoff. Für den Umbau werden 6900 Euro fällig.

Eine Lösung für die stark beengte und über drei Standorte verteilte Spreeschule ist derweil noch nicht in Sicht. Die Stadt hatte gehofft, eine leer stehende Mensa am OSZ-Standort an der Makarenko straße für die Förderschüler umbauen zu können. Doch die Verhandlungen mit dem Landkreis Spree-Neiße darüber sind ins Stocken geraten. Nun ist das Thema Chefsache und auf dem Tisch von Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) gelandet. Was denn Plan B sei, wenn die Verhandlungen mit dem Kreis scheitern, wollten die Abgeordneten wissen. Joachim Bischoff dazu: "Plan B ist schlecht. Dann würden wir einen vierten Standort aufmachen müssen. Damit kommen wir mit einem erhöhten Personal- und Ausstattungsaufwand auch schulorganisatorisch an eine Grenze." Deshalb ist für das Schulamt klar: "Wir sollten die Chance nutzen, den Standort Puschkinpromenade aufzugeben." Das würde zudem Erleichterung für die Erich-Kästner-Grundschule bedeuten, auf die durch den starken Familienzuzug in die Innenstadt der Druck weiter wachsen wird. Gudrun Breitschuh-Wiehe (Grüne) betonte: "Die Situation an der Spreeschule ist für keinen mehr tragbar - weder für die Kinder, die Lehrer noch das Personal. Es muss im nächsten Jahr eine Lösung her." Lothar Nagel hakte ein: "Wir brauchen noch in diesem Kalenderjahr eine Entscheidung, um die Verlagerung zu planen." Er empfahl das Thema nach der Sommerpause sofort auf die Tagesordnung des Fachausschusses zu setzen.

Diskussion gab es nochmals um eine dritte Gesamtschule in Cottbus. Lothar Nagel sagte versöhnlich: "Wir sollten die Entwicklung beobachten und in zwei, drei Jahren nochmals darüber entscheiden. Änderungen am Schulentwicklungskonzept sind immer möglich."

Zum Thema:
In der Stadt Cottbus gibt es zwölf Grundschulen, vier Gymnasien, zwei Oberschulen, zwei Gesamtschulen, drei Förderschulen und ein Oberstufenzentrum. Zusätzlich gibt es in der Stadt ein Gymnasium und ein Oberstufenzentrum in Verantwortung des Landkreises Spree-Neiße.In freier Trägerschaft befinden sich darüber hinaus zwei Grundschulen, ein Gymnasium sowie die Freie Waldorfschule, die von der Grundschule bis zum Abitur alle Abschlüsse anbietet.