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| 17:42 Uhr

Cottbus bekommt eine Brauerei

Das Labieratorium-Team auf dem Gelände der künftigen Brauerei in der Karl-Liebknecht-Straße in Cottbus.
Das Labieratorium-Team auf dem Gelände der künftigen Brauerei in der Karl-Liebknecht-Straße in Cottbus. FOTO: Labieratorium
Cottbus. Das Unternehmen Labieratorium investiert rund 600 000 Euro in eine Brauanlage und ein Sudhaus in der Karl-Liebknecht-Straße. Sven Hering

Ideen und Rezepturen stammten zwar vom Labieratorium -Team. Doch bislang fehlt in der Stadt eine geeignete Anlage.

Das wird sich im Frühjahr ändern, verrät Olaf Wirths. So hat das Unternehmen auf dem Gelände der ehemaligen Keksfabrik in der Karl-Liebknecht-Straße eine passende Immobilie gefunden. Olaf Wirths: "Der Mietvertrag ist für zehn Jahre abgeschlossen, die Nutzungsänderung beantragt." Die bürokratischen Hürden sind genommen.

Ende des Jahres hat Wirths die neuen Anlagen bestellt. Rund drei Monate wird es seinen Angaben zufolge nun dauern, bis die Geräte geliefert sind. Parallel dazu hat Wirths einen Vertrag mit einem großen Unternehmen über eine Abfüllanlage abgeschlossen. "So werden künftig direkt vor Ort 0,33-Liter- Flaschen abgefüllt, etikettiert und verpackt", erzählt der Unternehmer.

Rund 600 000 Euro sollen in die Brauerei investiert werden. "Das ist viel Geld, doch wir glauben an den Erfolg", sagt Olaf Wirths.

Eines haben die Cottbuser in den vergangenen Monaten schon erreicht. Die Marke ist bekannt, es wird wieder über Cottbuser Bier gesprochen. Der Labieratoriums-Chef: "Wir haben inzwischen deutschlandweit Fanklubs, so in Timmendorfer Strand, im tiefsten Rheinland-Pfalz, ja selbst in Bayern werden wir wahrgenommen."

Und: In dieser Woche sorgten die Cottbuser sogar weltweit für Furore. Das laut Olaf Wirths weltgrößte Craftbeer-Bewertungsportal stufte das Labieratorium als beste neue Brauerei Brandenburgs ein.

Wie geht es nun weiter? Ab 1. März wird ein neuer Braumeister im Unternehmen seine Arbeit aufnehmen. Wenn alles wie geplant funktioniere, soll im April der erste Sud angesetzt werden. Das erste dann wirklich Cottbuser Bier soll schließlich im Mai verkauft werden. Pro Sud können 1000 Liter Bier angesetzt werden. Neue Rezepturen sind in Arbeit.

Bis dahin wird das Labieratorium-Team auch ins Marketing investieren. Denn so groß die Begeisterung inzwischen deutschlandweit für die Cottbuser Truppe ist: In vielen Cottbuser Kneipen sucht man das Bier nach wie vor vergeblich. "Ich hoffe, dass die Cottbuser Gastronomen aufwachen", betont Wirths. Der Einzelhandel ist da schon etwas weiter. So ist das Bier der Cottbuser zum Beispiel bei Rewe gelistet.

Die neue Bierbar, die das Unternehmen am Cottbuser Altmarkt eröffnet hat, bezeichnet Wirths als Erfolg. Das Publikum sei sehr mannigfaltig. Junge Leute, Studenten, aber auch ältere Besucher. "Wir haben ein offenes, tolerantes, buntes Publikum - so, wie wir uns das vorgestellt haben", betont Olaf Wirths.

Das treffe auch auf seine Mannschaft zu, die sich um das Wohl der Gäste bemüht. Wirths: "In unserem Team sind Leute aus Italien, den USA - und aus Bayern."

Zum Thema:
Das Unternehmen Labieratorium plant eine neue Crowdfunding-Aktion. Dabei soll Geld für die Anschaffung eines Ausschankwagens gesammelt werden. Mit diesem Wagen will dann die Brauerei auf Festivals oder Stadtfesten das Cottbuser Bier unter die Besucher bringen und damit für die Produkte aus der Lausitz werben. Ziel der Sammelaktion sind laut Unternehmenschef Olaf Wirths rund 10 000 Euro. Bei den bisher angebotenen Bieren hat sich das Blond als der Verkaufsschlager herausgestellt. Für den Erfinder ist das keine Überraschung. "Die Lausitz ist nunmal eine Pilsregion", sagt er. Auch das "Schwarze Pumpe" werde sehr gern gekauft, so Olaf Wirths.