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Cottbus baut ein Gründerzentrum

So wird das regionale Gründerzentrum an der Werbener Straße aussehen. Der Komplex besteht aus drei Häusern – dem Hauptgebäude, der Aula und der alten Schule. Es bietet sich sogar noch Potenzial zum Anbau.
So wird das regionale Gründerzentrum an der Werbener Straße aussehen. Der Komplex besteht aus drei Häusern – dem Hauptgebäude, der Aula und der alten Schule. Es bietet sich sogar noch Potenzial zum Anbau. FOTO: Professor Bernd Huckriede/GWC
Cottbus. Alle wollen Innovationen. Doch dazu braucht es die richtige Umgebung. Die will die Stadt Cottbus nun mit einem Gründerzentrum schaffen und baut ein leer stehendes Schulgebäude für rund neun Millionen Euro um. Bis zum BTU-Campus ist es nur ein Spaziergang. Gleichzeitig erhält die Wirtschaftsfördergesellschaft EGC einen neuen Sitz und Ausrichtung. pk

Die Cottbuser Wirtschaftsförderung gehört für Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) zu den größten Baustellen. Denn von der Gesellschaft EGC ist kaum mehr als ein Gerüst übrig - es fehlt an Personal und Impulsen. Nun setzt die Stadt einen ersten Meilenstein, wie es das Stadtoberhaupt am Donnerstag ankündigte. Denn mit dem neuen regionalen Gründerzentrum am BTU-Campus soll die EGC nicht nur einen neuen Sitz bekommen, sondern vor allem eine neue Ausrichtung.

"Im vergangenen Jahr ist die überwiegende Zahl der BTU-Absolventen in Cottbus geblieben", sagte Kelch und fügte an: "Wir brauchen ihre Ideen." Denn mit dem Strukturwandel stecke die Region mitten im Umbruch. Neue Arbeitsplätze würden künftig überwiegend durch Innovation und Neugründungen geschaffen. Deshalb müsse die Stadt die nötigen Rahmenbedingungen und Räume schaffen. Dafür gibt Cottbus nun neun Millionen Euro aus und will mit dem regionalen Gründerzentrum über die Stadtgrenzen hinaus wirken.

Das Projekt wird im Brandenburger Wirtschaftsministerium bisher mit viel Zuspruch und demnächst auch mit Zuwendungen begleitet. Das versicherte Staatssekretär Hendrik Fischer. "Es ist wichtig, dass die Initiative aus Cottbus kommt." Denn bislang lasse das Gründungsgeschehen an der einzigen Technischen Universität des Landes sehr zu wünschen übrig. "Aus der Viadrina heraus gibt es derzeit mehr Gründungen als der BTU", so Fischer. Mit dem regionalen Gründerzentrum könne sich das ändern. "Das ist ein guter Ansatz."

Torsten Kunze trat am Donnerstag in Doppelfunktion auf. Er ist nicht nur der Geschäftsführer der Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC), sondern seit dem Jahreswechsel auch Interimschef der Wirtschaftsfördergesellschaft EGC. Bei der Vorstellung des Gründerzentrums erinnerte sich der erfolgreiche Geschäftsmann an seine Anfangszeit. "Als ich 1989 als Informatiker selbst die Electronics Dresden GmbH gegründet habe, hätte ich mir die Unterstützung gewünscht, die das Gründerzentrum bieten wird." Denn das Haus werde nicht nur Räume zu günstigen Mietpreisen zur Verfügung stellen, sondern vor allem Beratungen. Das sei eine wichtige Erkenntnis aus einem Arbeitsbesuch bei den Wirtschaftsförderern in Rostock. In der Anfangsphase setzt die Stadt deshalb auf die Unterstützung der Gründerwerkstatt Zukunft Lausitz. Das Technologie und Forschungszentrum TFZ am TIP-Gelände sei für ein professionelles Gründerzentrum zu klein und zu dezentral gelegen.

Bis zum Jahresende wird sich das frühere Oberstufenzentrum I an der Werbener Straße ins Gründerzentrum verwandeln. Das Fachwissen der Universität macht sich die Stadt schon für den Umbau zunutze.

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