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| 02:32 Uhr

Cottbus arbeitet am Ostsee-Traum

Der künftige Cottbuser Ostsee in der Nähe von Schlichow.
Der künftige Cottbuser Ostsee in der Nähe von Schlichow. FOTO: mih
Cottbus. Die erste Baugenehmigung für die Kaimauer am Ostsee wird bis Ende März vorliegen. Darüber informiert Stadtplaner Egbert Thiele kürzlich den Wirtschaftsausschuss. Peggy Kompalla

Damit geht es endlich in die heiße Phase und die Stadt beginnt in diesem Jahr damit, ihren Ostsee-Traum zu bauen. Auch wenn der deutlich teurer wird als ursprünglich geplant.

Denn der 831 Meter lange Hafendamm wird nach derzeitigen Berechnungen mehr als sieben Millionen Euro kosten. "Das ist mit dem Fördermittelgeber besprochen", erklärt Thiele. Die zusätzlichen Eigenmittel seien vorsorglich im Haushalt eingestellt. Grund für die Kostensteigerung sind demnach "geologische und hydrologische Erkenntnisse". "Die Kaimauer soll dauerhaft halten", so der Planer. Im Mai 2015 hatte sich das Stadtparlament für die günstigste von drei Kaimauer-Varianten entschieden. Die Kosten wurden mit 4,4 Millionen Euro angegeben. Darüber hinaus rechnet die Stadt damit, dass das Ostsee-Management im April seine Arbeit aufnehmen wird. "Uns liegen vier Angebote vor, die derzeit in der Verwaltung geprüft werden", berichtet der Stadtentwickler. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für den städtischen Wettbewerb zur Gestaltung des künftigen Stadthafens. Das wird durch das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus mit 180 000 Euro unterstützt. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden die Planungsgrundlage für das Hafenquartier.

Hinter den Kulissen wird also schon lange am Ostsee gewerkelt. Eine Menge Fachleute beschäftigen sich damit. Nur in Cottbus selbst ist der Ostsee kaum präsent. Genau darum kämpft der Förderverein. Der Vorsitzende Denis Kettlitz verrät: "Das ist unser erstes Hauptprojekt. Wir wollen einen Infopunkt in der Innenstadt einrichten, an dem sich die Cottbuser und Touristen über das Projekt Ostsee informieren können." Es gehe darum, die Menschen zu begeistern. Dafür habe es ein erstes Arbeitstreffen mit der Stadtverwaltung gegeben. Darüber hinaus trifft sich der Förderverein Denis Kettlitz zufolge im März mit den Ortsbeiräten der Ostsee-Anrainer und dem Vorstand des Ostsee-Sportvereins. "Wir wollen unsere Zusammenarbeit ausloten."

Das Ostsee-Fest liegt in diesem Jahr in der Verantwortung der Gemeinde Teichland. Um künftig Veranstaltungen zu erleichtern, soll eine Fläche dafür am See hergerichtet werden. Dazu steht die Stadt Cottbus Egbert Thiele zufolge mit dem Energiekonzern Leag in Verhandlung.

Kopfzerbrechen macht der Stadt bislang die Absage des Landkreises Spree-Neiße an einen gemeinsamen Zweckverband. Über einen solchen Zusammenschluss wird die interkommunale Kooperation organisiert, um den Ostsee zu bewirtschaften, vermarkten und weiterentwickeln. Das ist nicht die einzige Hürde zwischen Stadt und Landkreis. So gibt es auch unterschiedliche Auffassungen über die Funktion des Sees. Während Spree-Neiße fordert, dass das Gewässer als Speicher fungiert, wehrt sich Cottbus dagegen. Diese Entscheidung wird den Partnern abgenommen. Dabei hat das Land das letzte Wort. Das Verfahren dazu läuft.