Erntehelfern und anderen Saison-Arbeitskräften werde von diesem Mittwoch um 17 Uhr an im Rahmen der bestehenden Grenzkontrollen die Einreise verweigert, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

Diese Regelung gelte für die Einreise aus Drittstaaten, aus Großbritannien, für EU-Staaten wie Bulgarien und Rumänien, die nicht alle Schengen-Regeln vollumfänglich anwenden, sowie für Staaten wie Polen oder Österreich, „zu denen Binnengrenzkontrollen vorübergehend wieder eingeführt worden sind“. Diese Beschränkungen seien „zwingend erforderlich, um Infektionsketten zu unterbrechen“, fügte der Sprecher hinzu.

Einreisestopp für Saisonarbeiter trifft Betriebe sehr hart

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, das Einreiseverbot treffe die Betriebe in der jetzigen Phase sehr hart. Der Stopp müsse so kurz wie möglich gehalten werden. Die Betriebe seien bereit, jegliche Maßnahmen zum Infektionsschutz umzusetzen. Insbesondere Obst-, Gemüse- und Weinbaubetriebe bräuchten dringend Arbeitskräfte.

Cottbus

In der Landwirtschaft sind jährlich knapp 300 000 Saisonarbeitskräfte beschäftigt, die vor allem aus Osteuropa kommen. Vielen Betrieben fehlen derzeit Arbeitskräfte für Ernte und Aussaat. Verbände und das Bundeslandwirtschaftsministerium haben Internet-Plattformen aufgesetzt, um Betriebe und Freiwillige, die auf den Feldern arbeiten könnten, in Kontakt zu bringen.

Sachsen bietet Pendlern aus Tschechien finanziellen Zuschuss

Tschechien hatte bereits am Montag einen generellen Stopp für Berufspendler verhängt. Sie könnten entweder daheimbleiben oder sich für mehrere Wochen in Deutschland eine Unterkunft suchen, sagte Innenminister Jan Hamacek nach der Kabinettssitzung am Montag in Prag. In letzterem Fall müssten sie sich nach ihrer Rückkehr nach Tschechien in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne begeben. Nach Schätzungen sind mehr als 37 000 tschechische Grenzgänger in Deutschland beschäftigt, vor allem im Gesundheitswesen und in der Gastronomie.

Sachsens Landesregierung macht den in den Bereichen Medizin und Pflege tätigen Bürgern des Nachbarlandes deshalb ein Angebot. Denen, die bleiben, wird von Donnerstag an ein Zuschuss von je 40 Euro pro Tag gezahlt, gab Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag den Kabinettsbeschluss bekannt.

Auch Angehörige oder Lebenspartner könnten für die nächsten Wochen mit nach Deutschland kommen. Sie sollen 20 Euro pro Tag und Person erhalten. Das Angebot ist auf drei Monate befristet und kann verlängert werden. Kretschmer geht von rund 1000 betroffenen Arbeitnehmern aus. Zur Unterbringung gebe es Kapazitäten in Pensionen, Hotels und Ferienheimen.

Auch Polen beschränkt den Grenzverkehr für Pendler

Auch Polen wird seine Einschränkungen des Grenzverkehrs, die zu einer weiteren Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus beitragen sollen, noch einmal verschärfen. Demnach wird die 14-tägige Quarantänepflicht auch auf jene Personen erweitert, die die Grenze täglich überschreiten, um in einem Nachbarland, beispielsweise Deutschland, zu arbeiten. Das hat die Gubener Stadtverwaltung bestätigt. Bisher mussten sich diese Personen nicht einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen, wenn sie nach Polen einreisten. Die Grundlage für diese Regelung bildeten Dokumente der Arbeitgeber, die die Beschäftigung auf der anderen Seite der Grenze bestätigten. Die bisher geltende Ausnahmeregelung für polnische Pendler endet am Freitag um Mitternacht.

Pflegekräfte etwa aus Osteuropa sind von einem Einreiseverbot für Saisonarbeiter in der Corona-Krise dagegen nicht betroffen. Wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage am Mittwoch erläuterte, dürfen Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit aus berufsbedingten Gründen einreisen - unter anderem Gesundheits- und Pflegekräfte sowie Berufspendler. Dies sei durch Unterlagen wie Arbeitsverträge oder Auftragsunterlagen zu belegen. In der Pflege in Deutschland arbeiten viele Beschäftigte aus osteuropäischen Ländern.

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