Die Lausitzer Kliniken sind auf schwer an Corona erkrankte Menschen vorbereitet. Dem Intensivregister Deutschlands zufolge, das alle verfügbaren Intensivbetten tagaktuell anzeigt, stehen in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz mehr als 200 Plätze bereit.

„Derzeit gibt es keine verlässliche medikamentöse Therapie zur Behandlung von schwerst Covid erkrankten Patienten“, bestätigt Dr. Bertram Huber, der Chefarzt für Intensivmedizin im Sana-Herzzentrum Cottbus.

Die Patienten müssen vor schweren Hypoxien (Sauerstoffmangel in den Geweben) und dem Versagen von Organen wie der Lunge (Organdysfunktionen) bewahrt werden. „Das schließt in der Regel auch eine Beatmung und meist auch eine Dialyse zum Nieren- und Lungenersatz ein“, erklärt der Arzt.

Pflegepersonal im Sana-Herzzentrum wird immer wieder geschult

Das Sana-Herzzentrum Cottbus ist im Rahmen seiner Möglichkeiten gut auf die Aufnahme von Patienten mit einer Covid-19 Erkrankung vorbereitet, betont er. Mit ausreichend Schutzkleidung, der Schulung von Personal und dem Aufstocken der verfügbaren Intensivbetreuungsplätze hat die Klinik vorgesorgt.

„Unsere Intensivbetten und Überwachungsbetten mit Monitoring-Plätzen stehen bereit. In einem solchen Bett wird ein Patient dauerhaft und kontinuierlich automatisch überwacht“, erklärt Huber. 25 solcher Behandlungsplätze hält das Sana-Herzzentrum Cottbus laut dem Intensivregister Deutschland vor.

Cottbus/Spremberg

Die Versorgung erfolgt nach Schwere der Erkrankung. Low Care-Plätze verfügen über eine erweitere Überwachungstechnik, die Sauerstoffgabe an den Patienten über die Maske ist sofort möglich, Infusionstechnik steht bereit. Der Patient braucht keine stetige Überwachung durch Ärzte und Pfleger.

Das High Care-Intensivbett ist zusätzlich mit Beatmungsgerät und Nierenersatzverfahren ausgestattet. Der Patient muss stark überwacht werden.

Einweisung von Covid-19 positiven Patienten jeden Tag möglich

Noch ist völlig unklar, ab wann Patienten mit einer nachgewiesenen Covid-19-Erkrankung ins Sana-Herzzentrum Cottbus eingewiesen werden. Die Fachklinik ist auf Patienten mit koronaren, also Erkrankungen der Herzkranzgefäße spezialisiert. Menschen, die älter als 60 Jahre sind, an Problemen mit der Atmung leiden und andere chronische Erkrankungen auch am Herz-Kreislauf-System haben, sind eine Risikogruppe für schwere Verläufe von Corona-Erkrankungen. Das hat die Amerikanische-Kardiologie-Gesellschaft (ACC) auf Grundlage von Fallberichten aus China eingeschätzt.

Youtube Die Bestandteile eines Intensivbettes

„Lebensbedrohliche Situationen haben in der medizinischen Versorgung immer Priorität. Eine Einweisung eines Covid-19 positiven Patienten kann deshalb jeden Tag geschehen“, erklärt der Intensivmediziner. Beispielsweise als Notfall bei einem akuten Verschluss von Herzkranzgefäßen. „Deshalb werden unsere Mitarbeiter bereits seit mehreren Wochen geschult – in der Anwendung verschiedener Geräte, aber auch im Umgang mit isolationspflichtigen Patienten“, sagt Dr. Bertram Huber. Die Intensivstation und die kardiologischen und herzchirurgischen Stationen sind darin geübt. Denn beispielsweise müssen auch Menschen, die mit Erregern wie Noroviren infiziert sind, ebenso isoliert behandelt werden.

Sana-Herzzentrum auf Patienten mit Lungenversagen eingestellt

Das Sana-Herzzentrum Cottbus hat fünf speziell ausgebildete Intensivmediziner unter der Leitung von Chefarzt Dr. Bertram Huber. Eine intensivmedizinische Versorgung ist damit rund um die Uhr gewährleistet. „Darüber hinaus arbeiten wir deutschlandweit mit Zentren für akutes Lungenversagen (ARDS-Zentren) zusammen. Für den Bereich Südbrandenburg ist das die Charité Berlin“, erklärt er.

Das Herzzentrum in Cottbus ist dafür ausgestattet, auch Patienten mit schwerstem Lungenversagen zu behandeln: Intensivbetten für die extrakorporale Membranoxigenierung (Ecmo) werden dafür benötigt. Denn Technik muss teilweise oder vollständig die Atemfunktion von Patienten übernehmen.

In solch besonders schweren Fällen muss die Versorgung des Blutes mit Sauerstoff außerhalb des Körpers organisiert werden. Über Ecmo-Systeme verfügt in der Lausitz neben dem Sana-Herzzentrum Cottbus noch das Elbe-Elster-Klinikum am Standort Herzberg.

Cottbuser Klinik hat in der Lausitz größte Erfahrung mit schweren Fällen

„Dem Sana-Herzzentrum Cottbus stehen im äußersten Notfall auch noch Herz-Lungen-Maschinen zur Verfügung, auf die zurückgegriffen werden kann, wenn alle Beatmungsgeräte und Ecmo-Systeme bereits verwendet würden“, erklärt der Chefarzt der Intensivstation. „Im Einsatz dieser Behandlungsoption ist das Sana-Herzzentrum Cottbus in der Lausitz die Klinik mit dem größten Erfahrungsschatz. Das liegt zum einen an der Geräteanzahl, die vorgehalten wird, und zum anderen an der Qualifikation der Mitarbeiter.

Die Geräte werden von speziell ausgebildeten Kardiotechnikern bedient, die auch während einer normalen Operation am offenen Herzen die Sauerstoffversorgung des Blutes außerhalb des Körpers und die Aufrechterhaltung des Kreislaufs des Patienten überwachen“, erläutert Huber.

Kapazitäten an Intensivbetten in Lausitzer Kliniken


Klinikum Niederlausitz Senftenberg 25

Carl-Thiem-Klinikum Cottbus 24

Sana Herzzentrum Cottbus 25

Lausitz Klinik Forst 8

Naemi-Wilke-Stift Guben 7

Elbe-Elster-Klinikum Finsterwalde 10

Elbe-Elster-Klinikum Elsterwerda 8

Spreewaldklinik Lübben 8

Klinikum Dahme-Spreewald Lübben 9

Evangelisches Krankenhaus Luckau 6

Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda 24

Städtisches Klinikum Görlitz 24

Klinikum Görlitz 24

Malteserkrankenhaus Görlitz 9