Unter großem Polizeiaufgebot haben in Cottbuser erneut Menschen gegen die Maßnahmen der Eindämmungsverordnung demonstriert. Die Kundgebung begann mit Verspätung, da die genehmigten 150 Plätze für Teilnehmer und Organisatoren zunächst nicht alle besetzt waren. Auf der Kundgebung sprachen Vertreter aus dem Umfeld von AfD und dem Golßener Verein Zukunft Heimat, der die Demo beworben hatte.
Thematisch spannten die Redner den Bogen von Unterstützerzusagen für „den deutschen Landwirt“ hin zu allgemeiner Kritik an der Regierung und der Verächtlichmachung einzelner Politiker. Lars Schieske, selbst AfD-Landtagsabgeordneter, wandte sich gegen „fette Bonzen“, die ihn „anekeln“. Dabei bezog er sich ausdrücklich auch auf Gewerkschaftsvertreter. Hintergrund: Der DGB Südbrandenburg hatte im Nachgang einer Coronademonstration den Platz symbolisch von rechtem Gedankengut desinfiziert. Lars Schieske fühlte sich dadurch an Praktiken aus der Zeit des Nationalsozialismus erinnert.

Cottbuser Demo-Redner fordern Abschaffung der Maskenpflicht

Zu seiner Kritik sagt Lothar Judith (DGB, Cottbuser Aufbruch): „Es ist seltsam, wenn ausgerechnet die AfD sich mit den Opfern der NS-Zeit gleichsetzt. Immerhin gibt es genügend Parteimitglieder, die den Holocaust relativieren.“ Judith und einige Mitstreiter wiederholten ihre Protestaktion auch nach der jüngsten Coronademo.
Dort wiederholten die Redner ihre Forderung nach einer Abschaffung der Maskenpflicht und anderer Eindämmungsmaßnahmen. Dabei verwiesen sie auf die geringen Infektionszahlen.

Cottbus

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