Auf der großen Bühne der Stadthalle Cottbus hat in den vergangenen Monaten das Stadtparlament Platz genommen. In den Messehallen fanden Gerichtsverhandlungen statt. Das ist alles kein Vergnügen. Dabei ist die CMT Congress, Messe und Touristik GmbH als größter Veranstalter der Lausitz doch genau dafür zuständig.
Gut 200 000 Besucher empfängt die CMT im Jahr zu rund 200 Veranstaltungen – darunter Konzerte, Messen, Kongresse und Abbibälle. Seit Mitte März sind bereits 100 Veranstaltungen ausgefallen. CMT-Geschäftsführerin Daniela Kerzel rechnet deshalb bei den Einnahmen mit Einbußen von mindestens 50 Prozent.

Wann sind Großveranstaltungen wieder erlaubt?

Der Verlust wird deutlich höher ausfallen. Denn es bleibt ungewiss, wann wieder Großveranstaltungen erlaubt sein werden – angesichts erneut steigender Infektionszahlen. Bei ausverkauften Veranstaltungen strömen bis zu 2000 Besucher in die Stadthalle. Die ebenfalls abgesagte Herbstmesse im Oktober besuchen normalerweise 10 000 Gäste.
Deshalb hat sich die deutsche Veranstaltungswirtschaft zum Bündnis #AlarmstufeRot zusammengeschlossen. Faktisch alle Unternehmen aus Messebau, Veranstaltungstechnik, Eventagenturen, Catering, Bühnenbau, Messegesellschaften, Kongresscenter, Tagungshotels, Konzertveranstalter, Künstler und selbstständige Einzelunternehmer haben seit März fast alle Aufträge verloren. Die Einschränkungen werden bis auf Weiteres bleiben. Deshalb fordert das Bündnis geeignete und ausreichende Entschädigungen. Am 9. September ruft #AlarmstufeRot deshalb zu einer Großkundgebung in Berlin auf, bei der die Forderungen an die Regierung übergeben werden sollen.
Für die CMT-Chefin gibt es derzeit einen Lichtblick. Ab Mitte 2021 häufen sich Buchungen. Eine Normalisierung erwartet sie aber frühestens ab 2022.