Das öffentliche Leben ist weitestgehend eingestellt – auf staatliche Anordnung. Davon betroffen sind auch die Rathäuser. Aber mancher Papierkram lässt sich nicht einfach verschieben. Deshalb arbeitet das Cottbuser Bürgerbüro im Notfallbetrieb. Damit können unabdingbare Verwaltungsakte trotzdem getätigt werden. Der digitalen Technik sei dank funktioniert das weitestgehend per Mausklick. Das erklärt Carsten Konzack. Doch manchmal ist ein Gang ins Bürgerbüro unvermeidlich. Dafür hat der Leiter des Bürgerservice spezielle Übergabe-Räume einrichten lassen. Der Bürgerservice selbst ist derzeit nur mit gut zwei Dritteln der Mannschaft an Bord. Das bedeutet: Es bleibt auch eine Menge Arbeit liegen. Damit sind nach überstandener Krise Wartezeiten in einzelnen Bereichen schon heute absehbar.

Bürgerbüro stellt in Corona-Krise auf Schriftverkehr um

Das persönliche Gespräch von Angesicht zu Angesicht ist Coronazeiten tabu. Das betont Bürgerservice-Chef Konzack. Vorab gebuchte Termine sind deshalb ersatzlos gestrichen. „Wir haben unsere Systeme auf Schriftverkehr umgestellt.“ Die Kommunikation mit dem Bürgerbüro läuft also per Post und E-Mail. Absprachen sind aber auch per Telefon möglich (siehe Übersicht). Denn manche Verwaltungsvorgänge lassen sich nicht verschieben. „Es gibt Leistungen, die müssen erbracht werden“, weiß Carsten Konzack. Das würde der Bürgerservice auch weiterhin gewährleisten.

Corona-Krise: Wohngeld wird in Cottbus weiter bearbeitet

„Die Bearbeitung der Anträge auf Wohngeld oder Lastenzuschuss beziehungsweise einen Wohnberechtigungsschein läuft weiter“, versichert Carsten Konzack. Die Unterlagen sind demnach schriftlich einzureichen. „Der Vorgang dauert etwas länger, was auch damit zusammenhängt, dass seit Januar mehr Menschen Anspruch auf diese Unterstützung haben“, erklärt er. Darüber hinaus sei es im Moment nicht absehbar, ob durch die Coronakrise noch mehr Menschen davon Gebrauch machen werden. „Das ist eine Sozialleistung, die weiterhin ausgezahlt wird“, betont der Chef.

In Corona-Krise keine Eheschließungen in Cottbus

Gestorben und geboren wird immer – auch in Zeiten von Corona. Allein deshalb arbeitet dieser Bereich des Bürgerservice’ weiter. So müssen Sterbefälle beurkundet werden. Dasselbe trifft auf Geburten zu. Ausgesetzt sind derzeit allerdings Eheschließungen. Bis auf Weiteres fanden die letzten fünf Hochzeiten am 20. und 21. März im Cottbuser Standesamt statt – und das auch nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

Cottbus

„Alle weiteren Eheschließungen haben wir abgesagt“, sagt Carsten Konzack. Das Frühjahr ist für Hochzeiten beliebt – besonders der Monat Mai. So stünden derzeit neun Eheschließungen noch im April und 27 im Mai auf dem Spiel. „Dazu kommen noch diverse Reservierungen.“ Wann wieder geheiratet werden darf, ist auch für den Bürgerservice-Chef derzeit unklar.

Corona-Krise: Dokumentenübergabe in Cottbus nur nach Termin

Die Beantragung von Meldebescheinigungen beziehungsweise Melderegisterauskünften ist laut Carsten Konzack weiterhin online möglich. Führungszeugnisse werden demnach ebenfalls bearbeitet. Dafür müssen die Betroffenen sich telefonisch oder schriftlich im Stadtbüro melden. „In besonderen Notfällen können Anmeldungen und Ummeldungen der Wohnanschrift vorgenommen werden.“ Auch dafür müsse zuvor Kontakt mit der Behörde aufgenommen werden.

Dagegen ist die Beantragung von neuen Personaldokumenten derzeit nicht möglich. Wer allerdings seine Personaldokumente bis zum 14. März im Stadtbüro beantragt hat, kann seine Papiere auch im Stadtbüro abholen. Allerdings nur nach vorheriger Terminabsprache. Carsten Konzack betont: „Dafür ist vorher ein Termin zu vereinbaren, der auch bestätigt wird. Die Personen dürfen sich zudem in den vergangenen zwei Wochen nicht in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt mit einer Person gehabt haben, die sich in solch einem Gebiet aufgehalten hat.“ Für die Dokumentenausgabe wurden extra zwei Räume eingerichtet. Dort sind Kunden- und Mitarbeiterbereich strickt getrennt.

Fahrzeug-Zulassungen während der Corona-Krise in Cottbus nach Priorität

Wer seinen Führerschein bis zum 13. März beantragt hat, bekommt das Dokument nach Hause geschickt. Carsten Konzack versichert, dass in besonderen Notfällen die Zulassung beziehungsweise die Außerbetriebnahme von Fahrzeugen möglich ist. Dazu sei eine Terminvereinbarung notwendig. „So haben wir fast den gesamten Bestand an Reisebussen abgemeldet, damit die Unternehmen wenigstens diese Kosten sparen können“, berichtet der Bürgerservice-Chef. Auch bei der Fahrzeuganmeldung werden demnach Mitarbeiter und Unternehmen der kritischen Infrastruktur bevorzugt behandelt. „Diese Vorgänge haben derzeit Priorität“, erklärt Konzack. „Alles andere kann nur nacheinander abgearbeitet werden.“ Sprich: Es kann etwas dauern bis das Motorrad angemeldet werden kann.