Im Angesicht der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie will die Stadt Cottbus heimischen Unternehmern ein wenig Entlastung bringen. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) kündigte an, dass ortsansässigen Gastronomen, Einzelhändlern und Dienstleistern die Gebühren für die Sondernutzung von öffentlichen Flächen in diesem Jahr erlassen werden sollen.
Dafür müsste die Betroffenen lediglich einen Antrag stellen. Darüber hinaus wolle die Stadt auch auf die Hälfte der Marktmieten auf dem Viehmarkt verzichten.
Diese finanziellen Zugeständnisse an die heimische Wirtschaft schätzt Oberbürgermeister Kelch auf eine fünfstellige Summe, die Ende 2020 im Budget der Stadt fehlen wird. Das sei es wert. „Dennoch wollen wir so einen kleinen Beitrag leisten, dass unsere Stadt wieder aufleben kann, dass es Angebote gibt und Jobs erhalten bleiben“, sagt Holger Kelch.

Cottbus setzt Akzente trotz schmaler Stadtkasse

Diese Regelung wurde nun bis Ende September verlängert. Dazu erklärt der Finanzbeigeordnete Markus Niggemann (CDU): „Bürger und Unternehmen, die nachweislich durch die Coronakrise in finanzielle Schieflage geraten sind, können Antrag auf Stundung stellen.“ Dies gelte sowohl für Steuern, als auch Mieten, Pachten und Beiträge. Gleichzeitig verzichtet die Stadt auf Stundungszinsen für den Zeitraum.

Cottbus hat bislang mehrere Hunderttausend Euro gestundet

Bislang sind laut Finanzdezernat in dem Zusammenhang mehrere 100 000 Euro gestundet worden. „Es handelt sich um einen mittleren sechsstelligen Betrag“, so Niggemann. Der Verzicht auf die Stundungszinsen schlage mit einem vierstelligen Betrag zu Buche.
Laut einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) erwarten 69 Prozent der Unternehmen eine schlechtere Lage.