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Schüler programmieren
Was hinter dem Display passiert

Workshop für "Code your Life" in Cottbus: Lehrer und Schüler machen sich mit dem Projekt vertraut, das Grundschülern das Programmieren am Computer spielend näher- und beibringen soll.
Workshop für "Code your Life" in Cottbus: Lehrer und Schüler machen sich mit dem Projekt vertraut, das Grundschülern das Programmieren am Computer spielend näher- und beibringen soll. FOTO: Ch. Herold / LR
Cottbus. Schüler an 26 Lausitzer Grundschulen lernen in bundesweitem Projekt „Code your Life“ am Computer programmieren. Von Christian Taubert

Das Projekt hätte für Grundschulen in Brandenburg nicht treffsicherer platziert werden können. Gerade ist der Rahmenlehrplan in Richtung Medienbildung verstärkt worden, „da gibt es das Angebot, mit ‚Code your Life’ zu ergründen, was hinter dem Display eines Computers passiert“. Schulleiter Frank Nedoma von der Mosaik-Grundschule Peitz (Spree-Neiße) hat sich selbst als Trainer beworben und in der Vorwoche mit Pädagogen aus 26 Lausitzer Grundschulen den Workshop zum Projektstart an der Bewegten Grundschule in Cottbus besucht.

Damit hat auch die Peitzer Schule ein Starterset erhalten, um im Unterricht ab Klasse vier oder in Arbeitsgemeinschaften mit interessierten Schülern spielend programmieren zu lernen. Das Projekt, an dem die weltweit agierende Microsoft Stiftung beteiligt ist, hat die Berlinerin Jutta Schneider vermittelt. Sie ist Trainerin des Vereins Helliwood, der Bildung und Medien zusammenbringen will und sich als aktiv gestaltendes Mitglied einer digitalisierten Gesellschaft versteht und präsentiert.

Dass Lausitzer Mittelständler und die VR Bank Spree-Neiße sowie deren Stiftung insgesamt  26 Grundschulen das Mitmachen ermöglichen, „ist bundesweit beispielhaft“, sagt Jutta Schneider, die bereits 400 Code-Trainer angelernt hat. Den Lorbeer kann sich aber auch der Projektpartner Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) ans Revers heften. Denn ursprünglich sollte Südbrandenburg nur ein Starterset erhalten.

Aber diese Chance, Grundschüler spielend an das Programmieren am Computer heranzuführen und sie hinter die Kulissen der digitalen Welt schauen zu lassen, sollte allen interessierten Schulen gewährt werden. „Ich möchte, dass wir keiner Schule, die mitmachen will, Nein sagen müssen“, legte sich BVMW-Regionalleiter Ralf Henkler ins Zeug und brauchte die zum Teil selbst zu tragende Finanzierung für 26 Schulen zusammen.

Der Volksbank-Vorstand  Spree-Neiße Frank Baer hatte bereits bei der Vorstellung des Projekts darauf hingewiesen, dass das Kreditinstitut das Schulvorhaben als einen langfristig angelegten Beitrag ansehe, „um den Strukturwandel in der Lausitz zu befördern“. Immerhin gehe es hier um den Erhalt und die Schaffung neuer Industriearbeitsplätze in der Region. Jutta Schneider, die das Projekt mit aufgebaut hat, lässt keinen Zweifel, dass das in „Code your Life“ investierte Geld für die Zukunft der Region gut angelegt ist.

Denn einerseits verfolge ihr Bildungsverein Helliwood das Ziel, mehr junge Leute für Informatik zu interessieren. „Natürlich muss aber nicht jeder Projektteilnehmer Entwickler werden“, sagt die studierte Pädagogin. Aber zu verstehen, wie Algorithmen geschrieben werden und so Grundkenntnisse des Programmierens zu erwerben – „das gehört zu unseren Zielen. Zumal sie spielerisch an die Schüler herangeführt werden“. Es gehe letztlich aber auch um Wertevermittlung, erläutert Jutta Schneider. Denn alles, was man an Kenntnissen beigebracht bekommt, soll auch kritisch hinterfragt werden, um Missbrauch vorzubeugen.

Der Peitzer Schulleiter Frank Nedoma wird sich einen ehemaligen Schüler des Cottbuser Leichhardt-Gymnasiums zur Seite nehmen und das Programmier-Projekt in einer Schul-AG vermitteln: „Ich bin selbst schon gespannt, was hinter dem Display eines Computers passiert.“