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| 01:29 Uhr

CMT-Belegschaft kritisiert Pläne zur Neuorganisation

Cottbus. Die Belegschaft der Cottbuser Congress, Messe und Touristik GmbH (CMT) lehnt die Pläne zur Neuorganisation der Gesellschaft ab. Nach Vorstellungen von SPD, Grünen und Linken soll sich die CMT auf das Kerngeschäft Messe, Veranstaltungen und Gastronomie konzentrieren. Von Sven Hering

“Wir sind massiv verunsichert, jeder hat Angst um seinen Arbeitsplatz„, sagt eine Mitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden möchte. “Wenn wir etwas erfahren, dann nur aus der Zeitung oder durch den Buschfunk in der Stadt„, erklärt eine Kollegin.

Der von den Fraktionen von SPD/Grüne und Linken eingebrachte Vorschlag, dass Jugendherberge, Parkeisenbahn, Cottbus-Service und Buga-Gesellschaft ausgegliedert werden sollen, sorgt für Unverständnis. “Gerade durch den persönlichen Einsatz der Mitarbeiter ist es gelungen, Kredite in Millionenhöhe vorfristig zurückzuzahlen. Die Zuschüsse der Stadt konnten kontinuierlich gesenkt werden, wenn jetzt von drohender Insolvenz oder Liquidation gesprochen wird, ist das nicht nachvollziehbar„, sagt eine Mitarbeiterin.

Weder die Ausgliederung der Jugendherberge noch der Park eisenbahn oder Cottbus-Service bringe wirkliche Einsparpotenziale für die Stadt, sind sich die Mitarbeiter einig. Durch die CMT seien aber Verluste einer Sparte durch Gewinne in einem anderen Bereich zum Teil kompensiert worden. “Wenn es bei der Parkbahn Probleme gab, haben wir eben gesagt, dass wir dafür ein paar Bier mehr verkaufen müssen„, so eine Mitarbeiterin. Jeder der 47 Angestellten zeige großen persönlichen Einsatz. “Da wird nicht auf die Uhr geschaut, weil die eigentliche Arbeitszeit um ist.„

Kritisiert werden von den Beschäftigten der Messegesellschaft auch Fehler in dem Antrag, mit dem sich die Stadtverordneten in der kommenden Woche beschäftigen sollen. So heißt es in dem Papier zum Beispiel: “Die Bewirtschaftung des Parkplatzes (Buga/Tierpark) verbleibt bei der Buga.„ Diese habe aber die Parkplätze bisher nie betrieben, das sei immer über die CMT gelaufen. “Wir haben den Eindruck, dass auf die Schnelle etwas präsentiert werden soll„, so die Mitarbeiter.

Ein Punkt im Konzept findet allerdings auch die Zustimmung der CMT-Mitarbeiter. Die Verschmelzung von Entwicklungsgesellschaft EGC und CMT sei durchaus sinnvoll. In der Praxis werde das schon vorgelebt. So habe die CMT den Cottbus-Auftritt bei der Messe Expo-Real organisiert. “Bei einem Zusammenschluss unter dem Dach der CMT könnte man ein Geschäftsführergehalt sparen„, so eine Mitarbeiterin.

Zum Thema:
Antrag von SPD, Grünen und LinkenDrei Handlungsalternativen beschreiben die Fraktionen in ihrem Antrag für die Stadtverordnetenversammlung. Bei einer Fortsetzung der Gesellschaft bestehe die Gefahr der Insolvenz, der städtische Zuschuss müsste erhöht werden. Eine Liquidation hätte Schäden in der Außenwirkung und für den Standort. Außerdem müssten Abfindungen gezahlt werden. Eine Neuorganisation könnte hingegen den Haushalt entlasten, heißt es in dem Antrag.