Ihr Interesse galt der Logistik des Unternehmens - welchen Weg nimmt das Getreide, wie lassen sich dabei Kosten sparen„ Geschäftsführer Thomas Knaup ließ sich gern in die Karten blicken. Sie steigen aus dem Reisebus, alle in dunklen Anzügen. Freundlich begrüßen sie die Mitarbeiter der Drebkauer Firma, um schließlich im Konferenzraum Platz zu nehmen. „Ich freue mich über Ihre Delegation“ , sagt Thomas Knaup, „noch nie waren Gäste aus China bei uns.“
Ein Unternehmer, der offen Auskunft über das Geheimnis seines Erfolges gibt - plagt den nicht die Angst, andere könnten ihm mit seinen Ideen zu ernsthaften Konkurrenten erwachsen“ Knaup schüttelt den Kopf. „Wir sehen hier keine wirtschaftliche Gefahr. Es gibt für unsere Branche ein ganz anderes Problem, und das ist die Knappheit der Rohstoffe.“ Immerhin: 80 000 Tonnen Getreide lagern auf dem Gelände des Landhandels Drebkau. „Der Weg durch unseren Betrieb führt über ein ausgeklügeltes Qualitätskontroll-System, das keine Lücken zulässt.“ Dieses System erläutert der Geschäftsführer seinen Besuchern aus China, die aufmerksam zuhören. Vom Mähen des Getreides über das Abladen der Lastwagen, das Reinigen der Ware, das Kühlen, damit Schädlinge keine Macht mehr über das Produkt haben bis zum Transport in andere Städte und Länder.
„Eine moderne Firma“ , so lautet am Nachmittag das Urteil des chinesischen Dolmetschers Zhang, „unsere Gruppe beschäftigt sich ja von Berufs wegen mit der Kontrolle und Lagerung von Getreide, und so fanden wir es interessant zu erfahren, wie die deutschen Firmen dabei vorgehen.“ Mit gesundem Selbstbewusstsein fügt er hinzu: „Allerdings kennen auch wir uns mit der Getreidelagerung aus. Schließlich müssen wir die Ware in China auch vor Ratten, Mäusen und vielen anderen Tieren schützen.“