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| 17:22 Uhr

Strukturwandel
„Die Lausitz braucht jetzt Chancengleichheit“

 Torsten Kunze, Geschäftsführer der Gebäudewirtschaft Cottbus.
Torsten Kunze, Geschäftsführer der Gebäudewirtschaft Cottbus. FOTO: Sven Hering
Cottbus. Die Ablehnung von Subventionen für die Lausitz durch den Hallenser Wirtschaftsprofessor Reint E. Gropp vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung beim Strukturwandel sorgt für Frust in der Lausitz. Der Chef des größten Wohnungsunternehmens fordert Chancengleichheit.

In den vergangene Tagen hatten sich Vertreter von Verbänden und Kommunalpolitiker zur Wort gemeldet und an die Verantwortung der Politik für den Kohleausstieg erinnert. Deutlicher Widerspruch kommt jetzt auch vom Chef des Größten Wohnungsunternehmens in Cottbus. Der Geschäftsführer der Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) Torsten Kunze findet es „schon erstaunlich“, dass ein Mann, der selbst, wie Gropp, aus dem Ruhrgebiet stammt, so vehement Subventionen für eine Region im Wandel ablehnen könne.

„Gerade im Ruhrgebiet wurden nach Aufgabe der Steinkohleförderung ab den 1970er Jahren vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen die Infrastruktur und viele Firmen mit Milliardenbeträgen subventioniert“, schreibt Torsten Kunze in einer reaktion an die RUNDSCHAU. Im Jahr 1975 sei in Westdeutschland sogar der sogenannte Kohlepfennig eingeführt worden. Den mussten alle Stromverbraucher zahlen, um den Steinkohleabsatz zu subventionieren. Die Abgabe habe immer 8,5 Prozent des Strompreises betragen. Und noch bis heute gebe es staatliche Zuschüsse für den beendeten Steinkohleabbau. Torsten Kunze: „Ohne diese Subventionen hätte das Ruhrgebiet die bis heute beispielhafte und erfolgreich geleisteten Strukturveränderungen niemals bewältigt.“

Der Steinkohleabbau sei lange Zeit unwirtschaftlich weiter betrieben worden. „Die Braunkohle ist bis heute rentabel.“

Die Lausitzer müssten die Folgen des politisch gewollten und beschlossenen Kohleausstiegs tragen, deshalb müsse der Region genauso geholfen werden, „so, wie der Bund den Kumpels im Ruhrgebiet geholfen hat!“

(si)