Wie können die Atmung oder Herztöne von Patientinnen und Patienten in Zukunft kabellos, sogar durch Kleidung und die Bettdecke erfasst werden? Daran forschen Wissenschaftler der BTU Cottbus-Senftenberg, der vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen des iCam­pus Cottbus (Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS), Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM), Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH), Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP)) sowie die Thiem-Research. Gemeinsam wird an einem medizinischen Radarsystem getüftelt, wie es in einer Mitteilung des Carl-Thiem-Klinikums heißt.
Durch die Radarstrahlen können demnach Vitalparameter erfasst werden und dann mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) ausgewertet werden. Atmung und Herzaktivität könnten so Rückschlüsse auf Herzerkrankungen geben. „Gemeinsam mit der Kardiologie wollen wir so die ersten Daten von Patientinnen und Patienten sammeln und das medizinische Radarsystem unter Realbedingungen im Krankenhaus erproben“, so Dr. Steffen Ortmann, Leiter der Thiem-Research, der Forschungstochter des CTK.

Cottbus

Eine Überwachung der Patienten wird damit auch zu Hause möglich

Ortmann weiter: „Wir wollen das Monitoring vereinfachen und so die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten verbessern. Zukünftig könnte so auch eine Überwachung von Patientinnen und Patienten zu Hause ermöglicht werden.“
Ziel ist es, dass alle elektronischen Bauteile des medizinischen Radarsystems in einen Schuhkarton passen, damit es flexibel an verschiedenen Orten nutzbar ist.
Angedacht sei zudem die Entwicklung neuer Messverfahren, um Rückstände von Medikamenten auf der Haut oder in Körperflüssigkeiten nachzuweisen. So könnte beispielsweise die Dosierung von Chemotherapien für Krebspatienten passgenauer gesteuert werden.