| 17:19 Uhr

Burger Paare starten mit Tracht und Anzug in Fastnacht

35 gut gelaunte Paare zogen am Sonnabend durch Burg, tanzten und sangen und verbreiteten die Botschaft vom bevorstehenden Winterende unter den Klängen zwitschernder Vögel und der Spreewälder Blasmusikanten.
35 gut gelaunte Paare zogen am Sonnabend durch Burg, tanzten und sangen und verbreiteten die Botschaft vom bevorstehenden Winterende unter den Klängen zwitschernder Vögel und der Spreewälder Blasmusikanten. FOTO: Hirche/jul1
Burg. Mit dem ersten Festumzug in der diesjährigen sorbisch/ wendischen Fastnacht hat die Burger Jugend traditionell den Auftakt zu diesem Brauch in den Niederlausitzer Dörfern gemacht. Am Sonnabend zogen 35 gut gelaunte Jugendpaare durch den Kurort, sorgten für Stimmung in Straßen und Einrichtungen mit ihren Liedern und Tänzen, verbreiteten so die Botschaft vom bevorstehenden Winterende. Marion Hirche/jul1

Dabei trugen die Männer traditionell schwarze Anzüge mit einem Rosensträußchen am Revers. Die Mädchen glänzten in ihren Festtagstrachten. Burg gehört zu den wenigen Fastnachtsdörfern, wo noch alle Mädchen die komplette Tracht, also auch die Haube tragen.

An der Zugspitze schritten Jelena Bivour und Max Lehmann. Die Neun- und der Achtjährige sind die Zukunft der Burger Fastnacht. Jelena trug die Tracht ihrer Uroma. Vor allem an der Haube war erkennbar, dass diese schon von Generation zu Generation weiter gegeben wurde. Die Tracht stammt von Jelenas Uroma Martha Steffen. Die 79-Jährige ist natürlich stolz, dass die Urenkelin die Familientradition weiter lebt. Sichtlich stolz führte der kleine Max mit seiner Jelena den Umzug an. Er wusste seine Mutti Anke als Helferin immer in der Nähe. "Ich finde es wichtig, dass die Kinder schon von klein auf die Tradition kennenlernen, Max macht schon lange mit. Heute ist es so, dass nicht wir zuerst gefragt werden, ob wir mitmachen, sondern er wird zuerst angerufen, sagt zu und dann fragt er uns, ob er mitmachen darf", erklärte die engagierte Mutti. Sie selbst hat in ihrer Jugendzeit auch bei der Fastnacht teilgenommen und ist mit ihrem Mann Oliver bei der Männerfastnacht mit dabei: "In diesem Jahr allerdings nicht, ich habe mir gestern den Arm gebrochen. Aber bei der Jubiläumsfastnacht 2018 sind wir wieder mit von der Partie."

Auch Linda Richter konnte in Sachen Tracht auf Familienbesitz zurückgreifen. Sie trug die von Oma Siegrid Mellack. Linda wohnt jetzt in Cottbus, aber wenn die Burger Jugend ruft, ist die junge Frau immer da: "Fastnacht macht so viel Spaß!" Mit ihrem "Fastnachtsvirus" hat sie auch ihren Freund Robert Stefaniak aus Cottbus infiziert: "Ich bin ein Stadtkind, kannte das nicht, aber jetzt bin ich begeistert, obwohl ich bei den Tänzen immer noch lernen muss."

Einen Tanz hat er natürlich schon perfekt drauf: die Annemarie-Polka. Die wurde diesmal auch im Café der Burger Rehaklinik getanzt. Da reihte sich sogar Café-Personal ein und viele Patienten klatschten begeistert mit. "Endlich ist hier mal was los. Da wird man gleich gesund, das ist eine tolle Medizin", meinte Heidrun Murrer aus Vetschau, die nach einer Hüftoperation ihre Reha-Zeit hier in Burg verbringt. An den kommenden Wochenenden wird in vielen Niederlausitzer Dörfern Fastnacht gefeiert, am kommenden Sonnabend u.a. in Radewiese, Ströbitz und Willmersdorf und am Sonntag in Fehrow, Werben, Ruben und Preilack.