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Burger lassen sich nicht aufs Glatteis führen

Das Scherz-Plakat.
Das Scherz-Plakat. FOTO: Schmoger
Burg. Er liegt noch im Dornröschenschlaf – der große Spreehafen im Kurort Burg. Dort, wo im Sommer Tausende Touristen zu einer Spreewaldtour in den historischen Kähnen, angetrieben durch die Muskelkraft der Fährleute starten, ist bei eisigen Temperaturen an diesem 1. April noch Winterruhe. Silvio Schmoger

Dabei sollte dieser Tag ein ganz großer für die Spreewaldgemeinde werden. In den vergangenen Wochen sind überall im Dorf Plakate aufgetaucht, die den ersten Saisonstart der "Spreewälder Dampfschiffgesellschaft" für eben diesen Tag ankündigen, Kaffee und Kuchen gratis. Warum sollte was auf der Elbe alltäglich ist nicht auch hier, im Spreewald, möglich sein? Die Ankündigung sorgte für Gesprächsstoff im Dorf. Während die einen die Aktion für einen Aprilscherz hielten, machten sich wiederum andere über die technische Machbarkeit Gedanken. Diskutiert wurde in Gasthäusern genau so wie auf der Straße. Passen die Schornsteine unter den Holzbrücken überhaupt durch? Bietet Mütterchen Spree genügend Tiefgang für so schwere Dampfschiffe? Antworten wurden gefunden und verworfen. Schon diese Diskussionen zeigen, dass manch Einheimischer den Touristikern allerlei zutraut. Allein zum Saisonstart der Spreewalddampfer hatten sich keine Besucher eingefunden. Dabei ist nicht auszuschließen, dass manch Burger einen verstohlenen Blick von der nahen Brücke an der Mühle geworfen hat, um einen der "Ausflugsdampfer" zu sehen. Der fehlte im Burger Spreehafen allerdings, denn das Ganze war - natürlich ein Aprilscherz. Auf das an diesem Tag fast buchstäbliche Glatteis ließen sich die Burger allerdings nicht führen. Sie glauben weiter an die Kahnfahrten, bei denen die Fährleute mit ihren Rudeln Touristen und Einheimische zu gleich in die heimische Natur entführen.