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Burg zieht nicht nur Krimifans an

Im September spielt er die Hauptrolle. Jetzt freut sich jeder auf seinen frühlingshaften Anblick. Der Bismarckturm ist eine Burger Attraktion.
Im September spielt er die Hauptrolle. Jetzt freut sich jeder auf seinen frühlingshaften Anblick. Der Bismarckturm ist eine Burger Attraktion. FOTO: Möbes
Burg. Der Kurort konnte im vergangenen Jahr bei Gästeübernachtungen ein deutliches Plus verzeichnen. Das Angebot wird weiter aufgewertet. Ulrike Elsner

Burg im Spreewald wird für Urlauber immer attraktiver. Wie Amtsdirektorin Petra Krautz gestern bei einem Pressegespräch berichtete, hat der Kurort im vergangenen Jahr mit einem Plus von 9,3 Prozent den höchsten Zuwachs an Übernachtungen seit dem Jahr 2012 verzeichnen können. Die jährliche Übernachtungszahl in der 4500-Einwohner-Gemeinde ist damit auf 552 466 gestiegen. Der Spreewald-Kurort profitiert dabei auch von externen Einflüssen. "Da die Lage in Ländern wie der Türkei, Ägypten oder Tunesien zuweilen politisch unsicher ist, bleiben mehr Reisende im Inland", sagte Petra Krautz.

Als stärkste Monate ragen der Juli mit 66 229 Übernachtungen (Juli 2015: 56 783) und der August mit 66 746 Übernachtungen (August 2015: 62 117) heraus.

Zudem zieht es immer mehr ausländische Gäste in den Kurort. Im vergangenen Jahr waren es mit 8712 Ausländern fast 1000 mehr als 2015. Am stärksten vertreten sind dabei Polen, Holland und die skandinavischen Länder. Während nach aktuellen Zahlen aus dem Wirtschaftsministerium brandenburgweit die Zahl der Gäste aus Polen und den Niederlanden zurückgegangen ist, kann die Burger Tourismuschefin Nicole Schlenger für Holland keinen Rückgang feststellen. Und Besucher aus Polen haben im vergangenen Jahr sogar wesentlich häufiger in Burg Station gemacht als 2015.

Während ein weiterer Zuwachs der Gästezahlen im Sommer unvereinbar mit dem Bedürfnis der Urlauber nach Ruhe scheint, birgt der Winter nach den Worten der Amtsdirektorin "das größte Potenzial für Wachstum". Deshalb sei die "Winter-Auszeit" in den zurückliegenden Monaten auch stärker beworben worden. Mit Erfolg, wie die Buchungen und Besucherzahlen im Haus des Gastes zeigen. So weist der monatliche Vergleich der Übernachtungen fast immer einen deutlichen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr aus. Einzige Ausnahme ist der April, was aber daran liegt, dass Ostern im vergangenen Jahr auf das letzte März-Wochenende gefallen ist.

Auch wenn Burg ein beliebtes Reiseziel ist, wird die Qualität der touristischen Angebote immer wichtiger. Dass der Kurort dabei den Vergleich mit anderen nicht scheuen muss, davon zeugen die Verleihung der "i-Marke" des Deutschen Tourismusverbandes für das Haus des Gastes und die Re-Zertifizierung von Burg als "Qualitätsdorf". Als nächsten Schritt steuert der Kurort die Anerkennung als Thermalsoleheilbad an. Amtsdirektorin Petra Krautz zeigte sich optimistisch, die dafür geforderten Qualitätskriterien noch im ersten Halbjahr 2017 erreichen zu können.

Tourismuschefin Nicole Schlenger setzt in Sachen Qualität auf Netzwerke. "Mit der Gesundheitsdatenbank und der Gesundheitsakademie, die im November startet, erweitern wir das Angebotsspektrum für Unternehmer, Gäste und Einwohner", sagte sie.

Dennoch besteht in puncto Qualität noch Nachholbedarf. So hätten viele Paddler im vergangenen Jahr die fehlende Ausschilderung der Fließe bemängelt. Einige haben sich so sehr verirrt, dass sie am Abend von ihrem Bootsverleiher abgeholt werden mussten. Deshalb hat die Amtsverwaltung jetzt gemeinsam mit den Häfen ein Projekt zur Beschilderung der Fließe gestartet, das noch vor Saisonbeginn umgesetzt werden soll. Parallel dazu wurden Paddeltouren mit einer Länge von zwei, vier und acht Stunden entwickelt, die in den Farben Grün, Rot und Schwarz ausgeschildert werden sollen.

Eine besonders große Besucherresonanz hatten laut Petra Krautz Veranstaltungen, die Traditionen und Brauchtum vermitteln. In diesem Zusammenhang hob die Amtsdirektorin vor allem den Handwerker- und Bauernmarkt sowie das Heimat- und Trachtenfest hervor. Auch wenn der RBB oder - wie kürzlich bei einer Glühweinkahnfahrt - das ZDF in Burg filmt, steigt sofort das landesweite Interesse am Kurort. Einer der besten Werbeträger für den Spreewald sind aber die Spreewaldkrimis. "Wir spüren das vor allem bei der Erstausstrahlung", berichtet Nicole Schlenger. "Am Tag darauf werden wesentlich mehr Prospekte bestellt." Beim Tourismusverband Spreewald ist die Wirkung noch unmittelbarer zu spüren. "Der Spreewaldkrimi bringt extrem hohe Aufmerksamkeit", stellt Pressesprecherin Dr. Katja Franke fest. Schon während der Ausstrahlung steigt die Zahl der Zugriffe auf die Homepage www.spreewald.de sprunghaft. Am 13. Februar, dem Sendetag von "Spiel mit dem Tod", hat der Tourismusverband 23 000 Zugriffe auf seine Homepage gezählt, die meisten zwischen 20 und 22 Uhr. Am Tag zuvor waren es 11 000 und am Tag danach 13 000.

Eine filmreife Kulisse ist auch der Burger Bismarckturm. Er wird 2017 hundert Jahre alt - für Burg ein guter Anlass, Anfang September zu einer Zeitreise einzuladen.