ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:33 Uhr

Burg hofft weiter auf Heilbad-Status

Die Burger Amtsdirektorin Petra Krautz.
Die Burger Amtsdirektorin Petra Krautz. FOTO: Kerstin Möbes
Burg. Mit zufriedenem Blick schaut die Burger Amtsdirektorin Petra Krautz auf das vergangene Jahr zurück und mit einigen Sorgenfalten voraus. In der RUNDSCHAU spricht sie über die größten Erfolge und anstehende Baustellen.

Was war für Sie der größte Erfolg des vergangenen Jahres?
Die Fördermittelzusage für den Kita-Neubau in Burg ist ein großer Erfolg. Doch leider liegen viele andere Projekte, sei es der Anbau für den Hort an der Briesener

Schule oder das Dorfgemeinschaftshaus in Müschen auf Eis, weil die Fördertöpfe immer kleiner werden. Ich freue mich aber auch sehr, dass sich weitere Unternehmen im Gewerbegebiet "Wendigs Wäldchen" angesiedelt bzw. mit dem Bau ihrer neuen Firmenstandorte begonnen haben. Damit verbunden sind auch neue Arbeitsplätze. In Burg stehen nur noch Restflächen im Gewerbegebiet zur Verfügung. Im Werbener Gewerbegebiet erfolgen die Ansiedlungen, trotz zahlreicher Interessenten, leider nicht im erhofften Umfang. In der Summe aber sind es die vielen kleine Projekte und Maßnahmen in den Gemeinden, das Engagement der Bürger für ihren Ort und für die Pflege der Bräuche, die unseren Erfolg ausmachen und die dazu beitragen, dass die Menschen gern hier wohnen.

Was hat Ihnen die größten Sorgen bereitet?
Dass uns für die vielen Projekte, die wir in den Gemeinden haben, die Fördermittel fehlen, bereitet uns die größten Sorgen. Die Hürden werden immer höher, um das komplizierte Punktesystem der LEADER-Förderung zu erfüllen.

Mit jeder neuen Antragsfrist müssen wir uns auf geänderte Anforderungen einstellen. Auch die jedes Jahr steigende Kreisumlage stellt uns immer wieder vor die schwere Aufgabe, die Haushalte in den Gemeinden auf sichere Füße zu stellen.

Welche Herausforderungen stehen an?
In Burg ist es sicherlich die Durchführung des EU-weiten Vergabeverfahrens zur Planung für die neue Mehrzweckhalle. Weiterhin stehen im Kurort, Dank Fördermittel, zwei weitere Brückenbaumaßnahmen an und wir wollen das Projekt Gewässeröffnung beenden. Zum Sommerausklang beginnen die Bauarbeiten für die neue Gesundheitskita mit dem Abriss des alten Gebäudeteiles. Eine große Herausforderung ist dabei der Umzug der Kita nach Werben. Hier wird die Gemeinde Werben die ehemalige Schule weiter sanieren, da auch der Hort der Kita "Pusteblume" mehr Räume benötigt, weil die Zahl der Hortkinder weiter steigen wird. In Dissen und Fehrow brauchen die Feuerwehren mehr Platz und wir arbeiten intensiv an Lösungen. Die Grundlagen sind mit den Grundstückskäufen bereits getan. Ein schwieriges Thema in Striesow ist die Erarbeitung der Gestaltungssatzung unter Mitwirkung der Einwohner. Der Erhalt und die Aufwertung der Kita "Vier Jahreszeiten" im Ortsteil ist eine immer währende Aufgabe. In Schmogrow beschäftigt der mögliche Umbau des Sportlerheims in einen Treffpunkt für Jung und Alt die Gemeindevertreter und Bürger. In Guhrow konzentrieren wir uns auf die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED, was einerseits viel Geld kostet, andererseits langfristig aber viel Geld spart. Wie bereits erwähnt ist für Briesen der Schulstandort ein wichtiges Investitionsprojekt, daneben gibt es kleinere wie die teilanonyme Urnengrabanlage auf dem Friedhof.

Welche Ziele werden im Tourismus angepeilt?
Wir möchten die erfolgreiche touristische Entwicklung natürlich fortsetzen und dabei das Augenmerk noch stärker auf die Qualität legen. Für den Kurort heißt das insbesondere, weitere Partner für die Q-Dorf-Gemeinschaft zu gewinnen. Gemeinsam wollen wir mit viel Engagement und verschiedenen Maßnahmen für einen noch angenehmeren Aufenthalt der Gäste zu sorgen. Kernthema im Kurort bleibt die Ausrichtung auf Gesundheit und Wellness. Und natürlich hoffen wir, dass Burg 2017 endlich der Status als "Heilbad" verliehen wird.

Veranstaltungen wie die Spreewälder Sagennacht möchten wir auch 2017 zum Erfolg führen. Im kommenden Jahr steuert Burg erstmals eine "LiteraTour" zum Spreewälder Kunstfestival Aquamediale bei. Neben Burg hat sich Dissen in den vergangenen Jahren zu einem starken Besuchermagneten entwickelt. Doch auch die kulturellen und touristischen Stärken der anderen Gemeinden des Amtes wollen wir stärker in das Blickfeld unserer Gäste rücken. Bei allem, was für den Tourismus als unseren wichtigsten Wirtschaftsfaktor getan wird, möchten und werden wir unsere Einwohner nicht vergessen. Deshalb bin ich gespannt auf die Ergebnisse der gegenwärtigen Befragung, mit der Stärken und Schwächen des Amtes in touristischer Hinsicht ausgelotet werden sollen. Die Einwohner können ihre Heimat am besten einschätzen. Deshalb ist es uns wichtig, deren Sicht und Wünsche zu erfahren.

Wo sieht das Amt Burg seinen Platz in der aktuellen Diskussion um die Kreisgebietsreform?
Die Kreisgebietsreform wird in allen unseren Gremien heftig diskutiert. Das geplante riesige Gebilde "Niederlausitzkreis" trifft hier auf erhebliche Bedenken.

Es ist nur schwer vorstellbar, dass so eine große Fläche von einer zentralen Kreisverwaltung bearbeitet und zukunftsfähig gestaltet werden kann. Dieser Großkreis widerspricht dem Leitgedanken, dass alle Kreise strahlenförmig von Berlin ausgehen. Ein Niederlausitzkreis wäre völlig abgehangen und damit natürlich auch das Amt Burg. Hinzu kommt die Gefahr, dass wir kleinen Kommunen die hohen Schulden der Stadt Cottbus mit bezahlen müssten. Schon jetzt aber müssen gerade die kleinen Gemeinden jeden Euro umdrehen und sich genau überlegen, was sie an freiwilligen Aufgaben und Investitionen überhaupt noch leisten können.

Es fragte Ulrike Elsner