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Burg hat wieder eine Bismarck-Büste

Einweihung der Bismarck-Büste im historischen Flair.
Einweihung der Bismarck-Büste im historischen Flair. FOTO: Michael Helbig/mih
Burg. Genau 100 Jahre ist es her, als auf dem Schlossberg in Burg der 27 Meter hohe Bismarckturm eingeweiht worden war. Und die Burger machten sich mit bürgerlichem Engagement und mit vielen Spenden zum Jubiläum ein ganz besonderes Geschenk. Michael Helbig

Denn bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gab es im Turm, der Burger Bismarckturm ist einer von weit über 200 solcher Türme in Deutschland, eine Bismarck-Büste. Doch in den Wirren des Kriegsendes war sie auf rätselhafte Weise verschollen. So entstand die Idee, in der Kunstgießerei Lauchhammer nach dem historischen Vorbild des Originals von Bruno Kruse aus dem Jahr 1889 eine neue Büste zu gießen. Am Samstag war es dann soweit. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Bismarckturms, der in der DDR zum Jugendturm umbenannt worden war und am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 seinen ursprünglichen Namen zurückerhalten hatte, konnte Bürgermeisterin Ira Frackmann unter den Blicken zahlreicher Festbesucher und umrahmt von den Damen und Herren der "Old Style Company" in historischen Kostümen die neue Büste feierlich enthüllen.

Zuvor hatte sie an die Entstehungsgeschichte des Bauwerks erinnert. Schon frühzeitig habe die Bürgerschaft von Burg die Bedeutung solch eines Bauwerkes für den Tourismus, damals noch Fremdenverkehr genannt, erkannt. Schließlich habe es 17 Jahre gedauert und 70 000 Reichsmark an Spenden der Bürgerschaft gebraucht, bis der Bismarckturm vor 100 Jahren bei ähnlichem Wetter wie am Samstag eingeweiht werden konnte, und sie erinnerte daran, wie es auch in der DDR mithilfe engagierter Bürger trotz knapper Kassen gelungen war, den fortschreitenden Verfall des seit 1981 unter Denkmalschutz stehenden Bauwerkes aufzuhalten.

Doch die Einweihung der Bismarck-Büste, die im Turminneren ihren Platz gefunden hat, war nur einer der Höhepunkte des Festes, das am Wochende ausgelassen gefeiert wurde. Blasmusik aus Lehde, Songs der Cottbuser Sängerin Clara und eine tänzerische Zeitreise gehörten dazu.

Kerstin Döring aus Burg flanierte in einem Charleston-Kostüm über den Festplatz: "Das Jubiläum wollte ich mir nicht entgehen lassen", sagt sie.