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| 01:03 Uhr

Bunter Umbau in Lausitzer Wäldern

Peitz.. Der goldene Oktober hat den Niederlausitzer Wäldern wieder eine gelb-rote Farbenpracht verliehen. Seit Anfang der 90er-Jahre präsentieren sich die Forstreviere der Region im Herbst immer bunter und lassen so auch für Laien die Fortschritte beim Waldumbau erkennbar werden. Von Ronald Ufer

„1990 dominierte im Amt für Forstwirtschaft Peitz die Kiefer mit einem Anteil von 90 Prozent“ , sagt der Direktor des Forstamtes, Siegfried Lüdecke. „Inzwischen ging ihr Anteil in den landeseigenen Wäldern auf 80 Prozent zurück.“ Dafür seien in den vergangenen Jahren systematisch Laubgehölze angepflanzt worden, vor allem die früher stärker vertretenen Eichenarten, Birken und Ahorn.
„Der Waldumbau bildet ein Thema für Jahrzehnte, schließlich beträgt der Produktionszeitraum einer Kiefer von der Pflanzung bis zur Fällung 120 Jahre“ , schätzt der Forstdirektor ein. „Auch viele private Waldbesitzer stellen sich dieser Aufgabe und arbeiten mit uns zusammen.“ Bei den angelaufenen Herbstpflanzungen 2005 kommen auf 150 Hektar im Bereich des Forstamtes Peitz vorrangig Eichen in den Boden.
Das bunte Bild im Herbst ist beim Waldumbau nur ein Nebeneffekt. Die Forstleute wollen mit dem Langzeitprogramm unter anderem die Anfälligkeit der Niederlausitzer Forstreviere gegen Schädlinge wie Nonne und Kiefernspanner senken, die sich in Mischwäldern nicht explosionsartig vermehren können. Zudem wird die Rückkehr zu natürlicher Waldwirtschaft gefördert. Wirtschaftsaspekte wie die Nachfrage nach bestimmten Hölzern fördern den Waldumbau.
Mit der Erhöhung des Laubholzanteils ging auch die Rehabilitierung der früher oft als „Forstunkraut“ geschmähten und in den Wäldern nicht gern gesehenen Birke einher. „Die Birke eignet sich auf vielen Arealen als Pioniergehölz. Von ihren Anforderungen her, sie wächst auf feuchten wie auf trockenen Böden, eignet sie sich auch gut für die zu erwartenden Klimaveränderungen der kommenden Jahrzehnte in der Region“ , konstatierte der Forstdirektor.
Das abgeworfene Laub wirkt mit seiner basischen Komponente der Versauerung des Waldbodens durch die Kiefernnadeln entgegen. Außerdem hat die Verarbeitung von Birken zu Platten und Möbeln in den vergangenen Jahren stark zugenommen, damit werden für dieses Holz heute deutlich höhere Preise als früher erzielt.
Bei der Umgestaltung der Niederlausitzer Forstreviere in Mischwälder werden die Anstrengungen zur Verbesserung des genetischen Potenzials und damit der Qualität der Kiefern fortgesetzt. Jahrhundertelange Fällungen gerade der besten, weil hohen und geraden Stämme, um daraus Bauholz aber auch Holzkohle zu gewinnen, hatten das Potenzial dieser Art in der Region sichtbar geschwächt.
Die schon seit Jahrzehnten laufenden erfolgreichen Bemühungen zur Verbesserung von Wuchs und Gesamtqualität der Kiefernbestände wurden nach 1990 intensiv fortgesetzt.