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| 21:12 Uhr

UPDATE: Großbrand in Lieberoser Heide
Feuerwehr in schwierigem Dauereinsatz auf ehemaligem Truppenübungsplatz

Die Einsatzleitung der Feuerwehr auf dem Dorfplatz in Byhleguhre. Nach dem Großbrand vor wenigen Tagen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz, der heutigen Lieberoser Heide, brannte es dort am Montagabend auf einer Fläche von rund 80 Hektar. 150 Feuerwehrleute und drei Hubschrauber waren zu der Zeit im Einsatz.
Die Einsatzleitung der Feuerwehr auf dem Dorfplatz in Byhleguhre. Nach dem Großbrand vor wenigen Tagen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz, der heutigen Lieberoser Heide, brannte es dort am Montagabend auf einer Fläche von rund 80 Hektar. 150 Feuerwehrleute und drei Hubschrauber waren zu der Zeit im Einsatz. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Lieberose. Seit Sonntag brennt es erneut im munitionsbelasteten „roten Bereich“ auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz „Lieberoser Heide“. Es konnte nur aus der Luft gelöscht werden. Entwarnung war gestern Abend nicht in Sicht. Von Ingvil Schirling und Frank Hilbert

Betroffen ist inzwischen eine Fläche von rund 80 Hektar, wie Beobachtungen am Abend aus der Luft ergaben. Am Morgen waren es noch 60 Hektar gewesen, doch die Wärme und der Wind fachten den Brand weiter an.

Der Brandherd bewegt sich im stark munitionsbelasteten „roten Bereich“ auf der früheren Panzerstrecke des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Aufgrund der Explosionsgefahr kann hier vom Boden aus nicht mehr gelöscht werden – und das macht dieses Feuer so gefährlich.

Zwei Hubschrauber der Bundespolizei und -wehr warfen den ganzen Tag lang aus zwei Tanks regelmäßig Wasser ab. Gegen Abend kam nach Informationen der Leitstelle Lausitz ein dritter zum Einsatz.

Die Hubschrauber tragen Löschtanks mit 2500 beziehungsweise 5000 Liter Wasser, die sie aus einem nahegelegenen See immer wieder füllen, und kippen sie über den Flammen ab. Nach intensiver Erkundung des Brandherds, vor allem durch Kreisbrandmeister Ronald Judis, wurden zudem entlang eines 30 Meter Brandschutzstreifens mehrere mobile Löschwasserstellen aufgebaut. Von dort aus kann das Feuer, greift es auf betretbare Zonen über, vom Boden bekämpft werden.

Am Nachmittag bestand die Befürchtung, dass der Brand diese Schneise umgeht. Daher waren die Einwohner von Klein Liebitz auf eine mögliche Evakuierung vorbereitet worden, bestätigte Dahme-Spreewalds Landrat Stephan Loge (SPD). Dies sei logistisch vorbereitet, aber eine reine Vorsichtsmaßnahme angesichts der hohen Temperaturen und des auffrischenden Windes. Gegen Abend beruhigte sich die Lage ihm zufolge.

Erneut Großbrand in Lieberoser Heide FOTO: dpa / Patrick Pleul

Das Feuer wütet rund acht bis zehn Kilometer von der Bundesstraße 168 entfernt im Heideland. Von Byhleguhre aus, wo die Feuerwehr ihre mobile Einsatzzentrale aufgebaut hat, ist es etwa sechs bis sieben Kilometer entfernt. Gestern Abend bewegte es sich in nordöstliche Richtung.

Gemeinsam mit Landrat Stephan Loge dankte Lieberose/Oberspreewalds Amtsdirektor Bernd Boschan der Feuerwehr ausdrücklich, die mit diesem Waldbrand teilweise den vierten Tag in Folge im Einsatz sind. „Das ist im Ehrenamt schon grenzwertig“, so Boschan.

Die Polizei bestätigt indes, dass die Kriminalpolizei vor Ort ist, da die Möglichkeit der Brandstiftung als Ursache des Großfeuers derzeit noch nicht ausgeschlossen werden kann. Bemerkenswert ist, dass sowohl diesem als auch dem Großbrand am Donnerstag in der Lieberoser Heide ein Kleinbrand im Butzener Bagen vorausging. Ausgebrochen war das aktuell lodernde Feuer am Sonntagnachmittag.

Medieninformationen, ob es im Zusammenhang mit den Löscharbeiten auch zu kurzzeitigen Sperrungen der B 168 kommen muss, hat die Polizei nicht bestätigt.