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| 17:35 Uhr

Bundespräsident in Cottbus
Steinmeier wirbt für Respekt und Toleranz

Bundespräsidenten-Besuch in Cottbus FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält in Cottbus eine flammende Rede: für Toleranz, Respekt und friedliches Miteinander. Das Staatsoberhaupt warnt davor, jenen auf den Leim zu gehen, die ein anderes „System“, einen anderen Staat, propagierten. Von Christian Taubert, Jan Siegel und Jenny Theiler

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Cottbus dazu aufgerufen, Tendenzen zur Verrohung und Entsolidarisierung in Deutschland entgegen zu treten. „Es geht darum, gezielte Gegenstrategien zu entwerfen“, sagte Steinmeier am Samstagabend in seiner Rede zum 20. Jubiläum von Tolerantes Brandenburg. Das Netzwerk engagiert sich seit 1998 gegen Fremdenfeindlichkeit.

Toleranz, Respekt und friedliches Miteinander müssten konsequenter vorgelebt und eingefordert werden, sagte Steinmeier. Kritik gehöre zur Demokratie und sei ihr Lebenselixier. Das Staatsoberhaupt ergänzte: „Aber wir dürfen nicht denen auf den Leim gehen, die nicht nach Lösungen suchen, sondern nach einem anderen ‚System’, wie sie sagen, de facto nach einem anderen Staat.“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) rief in Cottbus zum Schulterschluss gegen das Schüren von Hass und Gewalt gegen Flüchtlinge und Fremde auf: „Gemeinsam wollen wir klare Kante zeigen gegen Rechtsextremismus in unserem Land.“ Im Lernzentrum Cottbus sprach Bundespräsident Steinmeier am Samstag auch mit Vertretern der Fraktionen der Stadtverordneten, Lehrern, Unternehmern, Akademikern und Vereinsmitgliedern. Medienvertreter waren von den Treffen ausgeschlossen.

Steinmeiers Besuch erfolgte vor dem Hintergrund gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Deutschen; zuletzt war es zu Ausschreitungen zwischen Asylsuchenden in einer Cottbuser Sammelunterkunft gekommen. Steinmeier sagte, Recht und Rechtsstaat seien konsequent durchzusetzen.

Lesen Sie dazu auch den LR-Online-Kommentar: Cottbus braucht einen neuen Aufbruch

Bundespräsidenten-Besuch in Cottbus FOTO: Michael Helbig