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| 12:34 Uhr

Landtagswahl Brandenburg
Wahlkampf unter freiem Lausitzer Himmel

 Wahlkampf hautnah:Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke im Gespräch mit  Sprembergen im Biergarten "Zur Post". Da war Schlange stehen angesagt.  Fotos: Siegel
Wahlkampf hautnah:Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke im Gespräch mit Sprembergen im Biergarten "Zur Post". Da war Schlange stehen angesagt. Fotos: Siegel FOTO: LR / Jan Siegel
Spremberg/Cottbus. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Gespräch mit den Lausitzern. Von Jan Siegel

Der Sommer und der Wahlkampf in Brandenburg gehen noch mal in eine heiße Phase. Es ist Biergarten-Wetter. Das sind ideale Voraussetzungen auch für das Spitzenpersonal der wahlkämpfenden Parteien, das Wahlvolk in den Lausitzer Biergärten zu treffen.

In dieser Woche hatten Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu Diskussionsrunden unter freiem Himmel eingeladen, um nicht nur für ihre politischen Überzeugungen zu werben, sondern auch, um mit den Lausitzern unmittelbar ins Gespräch zu kommen.

In Spremberg waren an die 150 Zuhörer gekommen, um im Biergarten des Hotels „Zur Post“ Dietmar Woidke auf den letzten Metern zur Landtagswahl am 1. September zu erleben.

Er war auch gekommen, um in der Spreestadt den SPD-Direktkandidaten Jörg Rakete zu unterstützen, der seit Tagen vor allem beim anstrengenden Haustürwahlkampf versucht, in der Region zu punkten.

Dietmar Woidke verkauft seine Erfolge

 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nahm sich in Cottbus viel Zeit für eine Debatte unter freien Himmel im "Prima Wetter" am "Großenhainer Bahnhof".
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nahm sich in Cottbus viel Zeit für eine Debatte unter freien Himmel im "Prima Wetter" am "Großenhainer Bahnhof". FOTO: LR / Jan Siegel

Dietmar Woidke setzte auch in Spremberg darauf, dass die Lausitzer erkennen mögen, was die rot-rote Landesregierung und seine Partei, gerade jetzt im Prozess des wirtschaftlichen Umbruchs, für die Lausitz bereits erreicht haben.

Klar, dass er die Pläne für die erste staatliche Ausbildung von Medizinern hervorhebt, die Cottbus mit seinem Carl-Thiem-Klinikum kräftig aufwerten und tatsächlich Tausende neue Beschäftigungsmöglichkeiten in der Lausitzmetropole schaffen kann.

Und klar auch, dass er die neuen Perspektiven für das lange Zeit gefährdete Instandhaltungswerk der Bahn in Cottbus nennt. Sie haben das Werk nicht nur stabilisiert, sondern könnten dafür sorgen, dass von Cottbus aus bahntechnische Technologieentwicklung betrieben wird, und eines Tages nach einer Grundwartung sogar ICE-4-Züge wieder auf die Reise geschickt werden könnten.

Woidke nutzte das Biergartenformat aber auch, um sich vor allem auch die Alltagssorgen der Spremberger anzuhören. Daher nahm er sich viel Zeit zu individuellen Gesprächen, bei denen es um Ausbildung und individuelle Unterstützungen in privaten Einzelfällen ging.

Strand-Bar-Feeling bei Jens Spahn

Viel Zeit für die Fragen der Lausitzer nahm sich auf der Bühne vor den Liegestühlen und Biertischgarnituren in der Gaststätte „Prima Wetter“ am „Großenhainer Bahnhof“ in Cottbus auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Michael Schierack und Wolfgang Bialas, die für den Landtag kandidieren, hatten ihn eingeladen.

Den durchaus „hyperaktiven“ Minister, der in seiner eineinhalbjährigen Amtszeit bereits 16 Gesetze und Verordnungen auf den Weg gebracht hat, wollten auch um die 150 Lausitzer live erleben, unter ihnen viel medizinisches Personal aus der Lausitz.

Spahn präsentierte sich in Cottbus bei der Beantwortung vieler Zuhörerfragen auf offener Bühne extrem gut informiert. Er hatte es aber auch leicht. Fast ausschließlich ging es um seine derzeitigen Arbeitsgebiete Gesundheit und Pflege.

Neue Pläne für Notfallversorgung

In Cottbus kündigte Jens Spahn beinahe nebenbei einen großen Wurf beim Dauerthema Notfallversorgung an. Seit Jahren nimmt die Belastung der Notaufnahmen in Krankenhäusern zu.

Spahn denke daher über die Einrichtung integrierter Leitstellen nach, die professionell entscheiden und koordinieren können, ob für einen Patienten der kassenärztliche Bereitschaftsdienst oder Notfallrettung zuständig ist.

Für kritische Fragen in Cottbus sorgten Spahns Gesetzespläne zur Versorgung von Beatmungspatienten. Betroffene, die in den eigenen vier Wänden leben, fürchten, dass sie damit zur Heimunterbringung gezwungen werden.

Die Sonne war längst untergegangen, da diskutierte Jens Spahn noch immer mit Cottbusern. Und der Gesundheitsminister wird vor der Landtagswahl erneut in die Lausitz kommen. Kommenden Freitag besucht er das Krankenhaus in Spremberg, das – das ist bundesweit einmalig – von Mitarbeitern betrieben und gemanagt wird.