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| 16:29 Uhr

Cottbus
Bundesamt soll Funkstrahlen beurteilen

Für die Kiekebuscher ist klar, dass die Strahlung des Funkmastes für die zahlreichen Krebsfälle verantwortlich ist.
Für die Kiekebuscher ist klar, dass die Strahlung des Funkmastes für die zahlreichen Krebsfälle verantwortlich ist. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Cottbus. Die Kiekebuscher beklagen gehäufte Krebserkrankungen und machen dafür den Funkmast verantwortlich. Die Stadt Cottbus bittet nun um eine Stellungnahme des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Im Jahr 2010 ist nur unter Protest der Einwohner ein Funkmast der Deutschen Bahn im Cottbuser Ortsteil Kiekebusch aufgestellt worden. Seither klagen die Anwohner über eine Anstieg von Krebserkrankungen im Umfeld des Mastes. Gesammelte Messdaten zweifeln die Einwohner offen an. Deshalb soll nun das Bundesamt für Strahlenschutz die Werte beurteilen.

Der Kiekebuscher Peter Jurke spricht von „der größten vom Menschen gemachten Umweltkatastrophe in Cottbus“. Seinen Worten zufolge sind seit dem Jahr 2010 insgesamt 22 Menschen an Krebs erkrankt, von denen zehn verstarben. Dabei handele es sich um eine deutliche Zunahme. Im Vergleich dazu registrierten die Kiekebuscher nach eigenen Angaben in derselben Nachbarschaft zwischen 2003 und 2010 acht Krebserkrankungen, von denen drei tödlich ausgingen. Ursache für die Zunahme ist aus Sicht der Einwohner die Strahlung des Funkmastes. Peter Jurke betont: „Die Einwohner von Kiekebusch fordern, den Funkmast sofort abzuschalten, um ein weiteres tödliches Erkranken mit anschließendem Tod zu verhindern.“

Zwischenzeitlich von der Bundesnetzagentur durchgeführte Messungen der Strahlung zweifelt Peter Jurke an. Sie sind seinen Worten zufolge schlicht falsch. In Auswertung der Daten kam die Bundesnetzagentur zu dem Ergebnis, dass alle Werte deutlich unter den gesetzlich normierten Grenzwerten liegen. Das bestätigt Stadtsprecher Jan Gloßmann.

Die Untersuchung der Strahlung hatte die Stadt nach den Beschwerden der Kiekebuscher veranlasst. Gloßmann erklärt dazu: „Die Stadtverwaltung hat keinen Anlass für Zweifel an der Seriosität und Exaktheit der Arbeit der Bundesnetzagentur. Wir haben jedoch nicht die Expertise, Auswirkungen eines Funkmastes auf die Gesundheit der Anwohner fachlich fundiert einschätzen zu können.“ Aus diesem Grund werde die Stadtverwaltung in einem Schreiben an das Bundesamt für Strahlenschutz um eine Stellungnahme zu den gesammelten Daten aus Kiekebusch bitten.

(pk)