Bereits nach den Vorfällen Mitte Januar hatte sich der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) kritisch geäußert. „Die Erhöhung von polizeilicher Präsenz ist ein wichtiger und richtiger Schritt, um der aktuellen Lage zu begegnen. Parallel ist es aber auch zwingend notwendig, die Strafverfolgung zu stärken“, so Nemitz damals.

Nun, anderthalb Monate später, ist die versprochene Verstärkung durch die Bereitschaftspolizei zwar auf der Straße zu sehen. Auf Seiten der Strafverfolger ist aber weiter keine Änderung in Sicht. „Es hat sich nichts getan“, beklagt BDK-Landes-Chef Nemitz.

Gerade mit Blick auf Cottbus, sei eine Stärkung der Strafverfolgung aber dringend nötig. „Wir brauchen mehr Personal bei der Kriminalpolizei, bei der Staatsanwaltschaft und bei den Richtern“, so Nemitz. Denn zusätzlich zur ohnehin schon hohen Arbeitsbelastung der Beamten komme mit den Verfahren rund um Asylsuchende weiterer Aufwand hinzu. Übersetzer seien nötig, sowie aufwändige Befragungen von Zeugen. Mit einem Anhörungsbogen sei es in keinem der Fälle getan.

„Wer eine Straftat begeht, gleich welcher Nationalität, muss mit konsequenter und vor allem zeitnaher Strafverfolgung rechnen! Dies sind wir als Kriminalpolizei unseren Bürgern schuldig“, betont Nemitz. In der kriminalpolizeilichen Sachbearbeitung fehle es aber an dringend benötigtem Personal.

Und statt Personalaufbau bei der Polizei drohe durch den altersbedingten Abgang eher ein weiterer Verlust gut ausgebildeter Ermittler. „Wir werden diese Verluste nicht so schnell ausgleichen können“, sagt Nemitz. Bis 2024 werde es voraussichtlich dauern, die Lücken zu schließen. Deshalb sei es wichtig, jetzt nachzusteuern. „Die Landesregierung hat leider über viele Jahre eine weitere wichtige Komponente sträflichst vernachlässigt: Die Strafverfolgung. Das rächt sich jetzt bitter.“