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Bürgerverein will Bolzplatz erhalten

Bürgervereinsvorsitzender Detlef Buchholz und Marion Adam (l.) vom Baudezernat diskutieren Lösungen für den Bolzplatz.
Bürgervereinsvorsitzender Detlef Buchholz und Marion Adam (l.) vom Baudezernat diskutieren Lösungen für den Bolzplatz. FOTO: Elsner
Cottbus. Der Bolzplatz im Brunschwigpark, der nach Anwohnerbeschwerden über nächtlichen Lärm im September teilweise zurückgebaut wurde, sorgt weiter für Diskussionsstoff. Beim gestrigen Stadtteilrundgang durch Ströbitz hat sich der Bürgerverein für den Erhalt der Sportstätte starkgemacht. Ulrike Elsner

Der Bolzplatz im Brunschwigpark war über Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Obwohl in den vergangenen Jahren saniert, bietet die letzte Station des gestrigen Stadtteilrundgangs einen traurigen Anblick. Die Fußballtore sind verschwunden. Vom Zaun sind über mehrere Meter nur die Pfosten übrig. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatte Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) den Rückbau des Bolzplatzes noch verteidigt. Sie begründete die Entscheidung damit, dass sich Mieter der benachbarten Wohnhäuser durch den Krach des Bolzens sehr gestört gefühlt hätten.

Gestern hingegen räumte Marion Adam aus dem Baudezernat vor Ort ein, dass es eine endgültige Entscheidung darüber, was mit dem Bolzplatz geschehen soll, überhaupt noch nicht gibt. "Wie es dennoch dazu gekommen ist, dass mit dem Abbau begonnen wurde, prüfen wir derzeit", sagte sie. "Die Firma hat zu zeitig gehandelt." Ein Auftrag sei nie ausgelöst worden. Der Zaun werde wohl wieder aufgestellt.

Bürgervereinsvorsitzender Detlef Buchholz, der von Anwohnern über die Arbeiten informiert worden war, forderte die Einbeziehung des Bürgervereins bei solch wichtigen Entscheidungen. Ein Baustopp war erst durch eine kritische Nachfrage des CDU-Stadtverordneten Rüdiger Galle im Bauausschuss ausgelöst worden. Die Frage sei ganz einfach, konstatierte Galle: "Wer war zuerst da, der Platz oder die Wohnhäuser?"

Detlef Buchholz klingt versöhnlicher, wenn er sagt: "Wir müssen eine Lösung finden, die für alle gerecht ist."

Dass nächtliches Wummern an Stahlpfähle und anderer Lärm auf dem Platz nicht hinnehmbar sind, darin sind sich alle in der Runde einig. Aber, Detlef Buchholz zu bedenken, "wir haben nicht so viele Sportplätze, dass wir auf diesen hier verzichten können." Unterstützt wird er darin vom Vorsitzenden des SV Wacker 09, Reinhard Schmidt.

Jörg Lohmann, Baumgutachter und engagierter Ströbitzer, beeindruckt die Runde, indem er bekennt: "Ich bin hier groß geworden und jetzt nutzen meine Kinder den Platz. Seid froh, dass Kinder hier Fußball spielen." "Könnte man nicht die Tür abends verschließen?", fragt Rüdiger Galle. Bei der Sanierung des Platzes sei eine Variante mit Tor diskutiert worden, räumt Marion Adam ein. Allerdings hätte die einschließlich Schließdienst 10 000 Euro im Jahr gekostet. Geld, das die Stadt nicht hat.

Doch auch in dieser Frage können die Ströbitzer mit einem Vorschlag dienen: "Auf dem Sportplatz am Ernst-Barlach-Platz haben wir das Problem in den Griff bekommen", so Galle. "Dort gibt es ein Schild mit den Öffnungszeiten und abends kommt der Ordnungsdienst und schließt ab." Warum der auf seinem täglichen Weg nicht ohne großen Aufwand im Brunschwigpark Station machen kann, das leuchtet den Ströbitzern nicht ein.