Er lobte die Teilnehmerinnen ob ihres schmucken und akkuraten Aussehens. In Drachhausen gehören zu den exakt in Falten gelegten Röcken und Schürzen auch die sorgfältig hochgesteckten Haare der jungen Frauen.

Die jungen Männer wurden von dem stets zu einem Scherz aufgelegten Ortsbürgermeister gelobt, weil sie geputzte Schuhe anhatten. Woitow lebte den jungen Leuten Drachhausener Fastnachtstradition vor: "Früher war es bei uns üblich, dass zur Fastnacht ein neuer Anzug getragen wurde. Ich habe heute auch noch ein neues Hemd an und einen neuen Schlips um." Vor seiner Begrüßungsrede hatte Woitow dafür gesorgt, dass Zuhause alles für den Empfang der Fastnachtspaare vorbereitet ist: "Meine Frau und meine Tochter nebst Schwiegersohn haben Stullen von neun Broten geschmiert und die Getränke bereitgestellt."

Bevor sich die Paare auf den Weg durch den 900-Seelen-Ort machten, gab es aber noch die obligatorischen drei Tänze mit den Fastnachtspartnern und dem Publikum. Verdienstvolle Bürger, die in Drachhausen weit draußen wohnen, bekamen im Saal schon ihre eigens von den Fastnachtsteilnehmern gebundenen Willkommenssträuße. Dann machten sich die jungen Leute auf die Strecke, auf der sie an 27 Stationen haltmachten. Unter ihnen zahlreiche junge Frauen und Männer, die schon zum zehnten Mal bei diesem Dorfhöhepunkt mitgemacht haben. Sie waren durch silberne Zehnerkränze an Revers und Schultertuch und durch Aufschriften auf Schlips und Schärpe gut erkennbar, so wie Toni Hanusch und Anja Höft. Mit etwas Wehmut gingen Sanny Hoschke, Isabell Mehlisch, Claudia Mogschan, Yvonne Weigelt und Manja Lobeda auf den Weg: "Wir machen heute das letzte Mal bei der Jugend mit, aber irgendwann muss Schluss ein, jetzt sollen es die jungen Jungen machen." jul1