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| 15:13 Uhr

Ärger um Cottbuser Bauprojekt
Neue Bürgerinitiative bangt um das Stadtzentrum

 Harald Müller (rechts) hat am Mittwoch die Unterschriften an den Parlamentschef Reinhard Drogla (SPD, Mitte) übergeben. An der Konferenz des Hauptausschusses nahm auch Oberbürgermeister Holger Kelch teil.
Harald Müller (rechts) hat am Mittwoch die Unterschriften an den Parlamentschef Reinhard Drogla (SPD, Mitte) übergeben. An der Konferenz des Hauptausschusses nahm auch Oberbürgermeister Holger Kelch teil. FOTO: LR / René Wappler
Die Initiatoren sammelten bereits ungefähr 500 Unterschriften gegen den „Schandfleck“ am Blechen-Carré. Von Rene Wappler

Eine neue Cottbuser Bürgerinitiative setzt sich für ein attraktiveres Stadtzentrum ein. Die Initiatoren haben unter dem Namen „Schönes Cottbus“ innerhalb von vier Wochen 500 Unterschriften gesammelt, Sie bezeichnen die Brachfläche neben dem Blechen-Carré als „Schandfleck“, der schnell verschwinden müsse.

Auch der Cottbuser Altoberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt (CDU) befürwortet ihre Aktion. „Das Areal an der Stadtmauer verkommt immer mehr“, sagt er. „Für das Zentrum handelt es sich um ein Armutszeugnis.“ Der Investor des Blechen-Carrés führe die Stadt „an der Nase herum“, erklärt Waldemar Kleinschmidt. „Mich ärgert nach wie vor, dass die kompletten alten Pläne samt des Erhalts der Pavillons im Jahr 2004 zunichte gemacht wurden.“

Zur Bürgerinitiative mit dem Namen „Schönes Cottbus“ zählt Harald Müller, der in der Stadtpromenade wohnt. Er gibt zu bedenken: „Wenn die Mehrheit der Bürger es damals gewünscht hätte, könnte Cottbus heute ein stattliches Einkaufszentrum vorweisen, über das wir uns freuen würden.“ Der Amtsantritt der parteilosen Oberbürgermeisterin Karin Rätzel und der daraus folgende Rückzug der ECE-Gruppe aus Cottbus habe diesen Plan jedoch einst verhindert.

In einem Brief an die Stadtverordneten erklären die Mitglieder der Initiative: „Der Ausstieg aus der Kohleförderung verlangt nach Investoren, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.“ Ihnen müsse „ein schönes Cottbuser Stadtzentrum geboten werden“. Der „Schandfleck“ am zweiten Bauabschnitt des Blechen-Carrés stehe in grobem Gegensatz zum Branitzer Park und zum Altmarkt. Die Stadtverordneten dürften sich nicht mehr durch „allgemeine Verkündigungen“ abspeisen lassen, wie Harald Müller anmerkt. „Termine müssen her“, fordert die Bürgerinitiative. „Werden sie nicht eingehalten, sind Konsequenzen erforderlich.“

Am Mittwoch besuchten die Initiatoren die Konferenz des Hauptausschusses im Stadthaus. Dort übergaben sie Unterschriften und Fotodokumente vom Zustand der Fläche am Blechen-Carré an Parlamentschef Reinhard Drogla (SPD).