| 02:33 Uhr

Büffelessen und Doppelballspiel

Mehr als 750 Freizeitindianer aus verschiedenen Teilen Europas sind in der vergangenen Woche in Steinitz zusammengekommen und haben ihrem Hobby gefrönt. Sie schlugen mehr als 300 Zelte auf, tanzten, sangen, kochten und spielten zusammen.
Mehr als 750 Freizeitindianer aus verschiedenen Teilen Europas sind in der vergangenen Woche in Steinitz zusammengekommen und haben ihrem Hobby gefrönt. Sie schlugen mehr als 300 Zelte auf, tanzten, sangen, kochten und spielten zusammen. FOTO: Hirche/jul1
Steinitz. Für eine Woche war der Drebkauer Ortsteil Steinitz Standort für ein ganz besonderes Indianerlager. Mehr als 750 Freizeitindianer aus ganz Deutschland, aus Frankreich, Holland, Belgien, Tschechien, Polen und der Ukraine kamen hier zur traditionellen "Week" zusammen. jul1

Zum wiederholten Mal trafen sich Männer, Frauen und Kinder in der Nachbarschaft zum Görigker See, um eine Woche lang ihrem Hobby zu frönen.

Dabei hätte ein solches Lager nie stattgefunden, denn alle sind Mitglieder in ganz unterschiedlichen Indianergruppen, und nicht jeder Stamm hat sich mit jedem Stamm vertragen. Hier in Steinitz ging alles Hand in Hand. "Wir sind dieses Jahr zur 45. Week zusammengekommen. Das ist also ein kleines Jubiläum", sagte Silke Braunert vom Weekbund, dem 50 Vereine angehören. Über Bekannte ist sie zu diesem nicht alltäglichen Hobby gekommen und heute Mitglied bei den Missouri River Indians Greifswald.

Mehr als 300 Tippis, Langhäuser und Wigwams waren auf der Wiese aufgebaut. Höhepunkt der Woche war das Büffelessen am Montag. "Da sind wir mit den meisten Teilnehmern zusammengekommen, haben alle unsere Festkleider getragen und haben das besondere Essen zelebriert", erzählte Chris Ruhbach. Die Kathlowerin hatte nicht nur dieses Mahl vorbereitet, sondern zusammen mit den anderen Mitgliedern ihrer Indianergruppe Pedro Bisonette auch die Vorbereitungen für die gesamte Woche getroffen: Platz besorgen, Händler organisieren, Genehmigungen einholen. Als die ersten Teilnehmer anreisten, lagen die Zeltstangen - pro Tippi werden mehr als zehn sechs bis acht Meter lange Stangen benötigt - für alle schon bereit. "Die Stangen gehören dem Weekbund und werden nach dem Ende des Lagers in Jehserig eingelagert. Von dort werden sie dann zur Week im nächsten Jahr transportiert", war von der Kathlowerin zu erfahren.

In der Woche zeigten reitende Indianer ihre Kunststücke, es wurden neue Kleider angefertigt und Informationen über Schmuckherstellung weitergegeben. Mancher nahm an einem Kräuterworkshop teil. Es wurde zusammen gesungen, getanzt und getrommelt. Die Frauen spielten Doppelball. "Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn man Gleichgesinnte trifft, mittlerweile sind es schon Freunde. Man kocht, diskutiert und tanzt zusammen", zog Steffen Kunzke aus Beeskow sein Resümee. Am letzten Abend gab es für alle in der Gruppe Pedro Bisonette Brombeer- und Blaubeersuppe mit Lauch und Honig.

Eine Präriegemüsesuppe wurde bei den Cheyenne-Indianern Nighty Sun zum Abschied gekocht. "Es war ein tolles Lager, der Ort war schön mit dem See in der Nähe, die Leute, insbesondere die Händler, waren sehr nett, und mancher von unserer Gruppe ist erstmals auf den Spreewald aufmerksam geworden und wird im Anschluss auch noch dorthin fahren", verriet Svea Detering aus Halle an der Saale. Das Lob galt vor allem dem Kahrener Bäcker, der täglich Brot und Brötchen lieferte, dem Proschimer Fleischer und dem Cottbuser Getränketaxi, das fast jeden Tag zweimal das Camp anfuhr.

"Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt", bedankte sich Silke Braunert im Namen aller Teilnehmer dieses Hobbyindianercamps.