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Cottbus ist bunt
Der Ball ist schließlich überall rund

BTU-Präsident Jörg Steinbach und Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz (v.l.) eröffneten das internationale Fußballturnier am Dientagabend.
BTU-Präsident Jörg Steinbach und Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz (v.l.) eröffneten das internationale Fußballturnier am Dientagabend. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Imagepolitur: BTU und Energie starten Kampagne mit einem internationalen Fußballturnier. Von Daniel Schauff

BTU-Präsident Jörg Steinbach hatte ein schlechtes Gewissen. Nur kurz, aber schlecht. Schließlich hatte er in einem Radio-Interview zur aktuellen Lage in Cottbus über den FC Energie gesprochen, ohne allerdings vorher mit dem FC Energie gesprochen zu haben. Steinbach hatte vorgeschlagen, dass der Verein und die Uni Kräfte bündeln, um Formate zu schaffen, die das Miteinander in Cottbus fördern. Ein Telefonat mit Trainer Claus-Dieter Wollitz folgte, und noch ehe Steinbach seinen Satz vollenden konnte, hatte Wollitz bereits zugesagt. Ein gemeinsames Fußballturnier mit Deutschen und Nicht-Deutschen, mit Beteiligung der Energie-B-Jugend, und das alles unter dem Motto „Cottbus ist bunt“ – so die Idee.

Freundschafts-Turnier in der Lausitz Arena FOTO: Von Michael Helbig

Knapp zwei Wochen hat es gedauert, da standen sich die Energie-Junioren und vor allem nicht-deutsche BTU-Studenten in der Lausitzarena gegenüber, in gemischten Mannschaften, nicht ergebnis-, sondern spaßorientiert, wie Steinbach betont. Danken wolle er auch der Stadt, die schnell einen Termin in der Arena finden konnte.

Im Arena-Foyer gab es Grillwurst, Brezeln, Bier und Cola, Autogramme der Energie-Profis ebenfalls. Voll waren die Ränge der Arena zwar nicht, die besten Plätze aber waren ordentlich belegt, teils von Unterstützern der Initiative „Cottbus ist bunt“, teils von Energie-Fans, aber auch von Besuchern, die gekommen waren, um spannende Fußballspiele zu sehen.

Und das, sagt Steinbach, soll erst der Anfang gewesen sein. Unter dem Motto „Cottbus ist bunt“ soll es in Zukunft weitere Veranstaltungen geben. „Das darf keine Eintagsfliege bleiben“, sagt Steinbach. An Mitstreitern mangelt es dem Verein und der Uni nicht. die Stadt, die Leag, das CTK, das Staatstheater, der Cottbuser Aufbruch, der Sportstättenbetrieb, der Stadtmarketing- und Tourismusverband haben sich mit in das BTU- und Energieboot gesetzt und haben am Dienstagabend Gesicht gezeigt. Weitere Partner „für die Fortsetzung von Begegnungsmöglichkeiten zwischen Deutschen und Ausländern“ seien willkommen, heißt es vonseiten der Uni.

Dass sich gerade BTU und Verein den Hut aufgesetzt haben bei der Organisation der ersten Begegnungsmöglichkeit, kommt nicht von ungefähr. 2000 Studenten an der Cottbus-Senftenberger Hochschule kommen nicht aus Deutschland, sagt Präsident Steinbach. 75 davon sind Geflüchtete. Er sei stolz auf seine internationale Hochschule, betont Steinbach. Das aktuelle Außenbild von Cottbus nach wiederholten Ausseinandersetzungen zwischen Deutschen und Geflüchteten und wiederholten Kundgebungen des asylkritschen Vereins „Zukunft Heimat“ ist seiner Ansicht nach alles andere als förderlich für die Hochschule und die Stadt, sei auch nicht korrekt. Gleiches hatte auch Energie-Trainer Wollitz gesagt: Vertragsverlängerungen oder Neuabschlüsse seien schwierig. Das Fußballturnier und weitere Veranstaltungen sollen nun helfen, das Image der Stadt wieder ein wenig aufzupolieren.

Energie-Profis gaben während des Turniers im Foyer der Lausitzarena Autogramme.
Energie-Profis gaben während des Turniers im Foyer der Lausitzarena Autogramme. FOTO: Michael Helbig