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Energie
BTU-Studenten überzeugen mit innovativem Wettbewerbskonzept

Das Wohnquartier, das auf dem Busbahnhof entstehen soll, ist Teil des Wettbewerbskonzepts der Studenten. Hier ist ein Reallabor vorgesehen, in dem Besucher sich mit Energieeffizienz auseinandersetzen können.
Das Wohnquartier, das auf dem Busbahnhof entstehen soll, ist Teil des Wettbewerbskonzepts der Studenten. Hier ist ein Reallabor vorgesehen, in dem Besucher sich mit Energieeffizienz auseinandersetzen können. FOTO: Stephan Meyer / LR
Cottbus. Cottbus könnte 2022 Austragungsort eines internationalen Energiewettbewerbs werden. Von Stephan Meyer

Die Bundesregierung hat sich ein hehres Ziel gesetzt. Bis 2050 sollen Gebäude in Deutschland nahezu klimaneutral gestaltet sein. Damit das Vorhaben keine Zukunftsmusik bleibt, wurde im Mai dieses Jahres vom Projektträger Jülich (PtJ) der Ideenwettbewerb „EnEff.Gebäude.2050“ ausgelobt. Diesen gewannen am vergangenen Mittwoch fünf Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU).

Die Studierenden des Masterstudiengangs „Klimagerechtes Bauen und Betreiben“ haben sich dabei der Aufgabe gewidmet, ein Konzept für einen internationalen Energieeffizienzwettbewerb zu entwickeln. Der Clou hinter ihrem Konzept: Die Einzeldisziplinen ihres Wettbewerbs sollen direkt in die Planung und Umsetzung von realen Bauvorhaben integriert werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, den Wettbewerb in das bestehende Cottbuser Energiekonzept einzubetten.

Acht Standorte, verteilt in Cottbus, Lübbenau und Spremberg, haben sich die Studierenden für ihren Wettbewerb ausgesucht. Eine Disziplin soll unter anderem die Erstellung eines Energieversorgungskonzeptes für das geplante Hafenquartier am zukünftigen Ostsee sein. Die Fernwärmeversorgung ist im Fokus einer Aufgabenstellung für den Standort Spremberg.

Eine weitere „Spielstätte“, für die eine energieeffiziente Lösung gefunden werden soll, könnte das Wohnquartier werden, das für das Gelände auf dem jetzigen Busbahnhofs vorgesehen ist. Dort wünschen sich die Studenten ein sogenanntes Reallabor, in dem sich die Öffentlichkeit mit den Wettbewerbsthemen vertraut machen kann. Die Disziplinen sind in fünf Kategorien aufgeteilt. Dazu gehören unter anderem „Konzept/ Entwurf“, „Soziales und Kultur“ sowie „Stadtplanung“.

Auch wenn nur fünf Kontrahenten beim Ideenwettbewerb in Konkurrenz standen, mit dem ersten Platz habe trotzdem keiner gerechnet, erzählt Studentin Lilian Senft. Zusammen mit ihren Kommilitonen Paolo Danzer, Stephan Dietl, Luisa Drope und Daniela López erhielt sie ein Preisgeld in Höhe von 40 000 Euro. Gewonnen hätten die Studenten wegen der vielfältigen Themen, die sie gewählt haben, wie BTU-Mitarbeiter Jörg Walther mitteilt. Er begleitete das Projekt.

Weitere Unterstützung haben die Studenten bei den jeweiligen Städten, dem Ostseemanagement und bei verschiedenen Partnern aus der Wirtschaft gefunden. Egbert Thiele, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung in Cottbus, findet die Leistung der Studenten bemerkenswert. Sollte deren Konzept umgesetzt werden, erhofft er sich dadurch neue energiepolitische Impulse für Cottbus.

Wie und ob der Energiewettbewerb nun umgesetzt wird, steht jedoch noch in den Sternen. Den ersten Platz teilen sich die Studenten mit einer Gruppe aus Wuppertal, deren Beitrag bei der Umsetzung des internationalen Wettbewerbs mit berücksichtigt werden soll. „Auf dem Weg dahin ist noch viel zu tun“, weiß Jörg Walther. Doch dafür ist noch etwas Zeit. Laut Konzept soll der Wettbewerb, der sich voraussichtlich über vier Jahre erstrecken wird, erst im Jahr 2022 beginnen.

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