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BTU-Studenten heimsen mit Erfindung Preise ein

Asja Kasdorf, Thomas Hölzel (li.) und Michael Tauer haben die Firma „mapongo"“gegründet. Foto: Hilscher
Asja Kasdorf, Thomas Hölzel (li.) und Michael Tauer haben die Firma „mapongo"“gegründet. Foto: Hilscher FOTO: Hilscher
Cottbus. Sie sind jung, sie sind gute Freunde und sie wollten eine eigene Firma gründen. Jetzt haben sie die passende Erfindung dazu entwickelt: Mit dreidimensionalen Gebäudekarten helfen drei Cottbuser Studenten bei Orientierungsschwierigkeiten. Von Andrea Hilscher

“Bei der Urlaubsplanung ist mir das Problem als Erstes bewusst geworden„, erzählt der Diplominformatiker Michael Tauer. “Wenn ich Flüge gebucht habe, konnte ich nie genau sehen, wie viel Zeit ich von einem Flugsteig zum nächsten brauchen würde. Es gab einfach kein gutes Kartenmaterial für die Planung.„

Gemeinsam mit seinem Freund Thomas Hölzel (Elektrotechnik) und der Architekturstudentin Asja Kasdorf machte sich der Tüftler vor gut zwei Jahren daran, dieses Problem zu lösen. Herausgekommen ist ein System von dreidimensionalen, interaktiven Gebäudekarten, die sich mit anderen Datenbanken kombinieren lassen. Klingt kompliziert?

Ist aber in der Cottbuser Unibibliothek IKMZ längst alltägliches Hilfsmittel der Nutzer. “Wenn ich ein Buch suche, kann ich über den Computer ganz schnell nachschauen, in welchem Regalkomplex das Buch steht und wie ich dorthin komme„, erklärt Asja Kasdorf.

Bücherregale, Aufzüge, Toiletten - alles lässt sich ohne mühsames “Ablaufen„ finden. “Das IKMZ ist unser nichtkommerzielles Referenzobjekt„, erklärt Thomas Hölzel, der inzwischen mit seinen Freunden die Firma “mapongo„ gegründet hat. Der nächste Kunde des jungen Unternehmens ist die Sächsische Landesbibliothek in Dresden. “Hier entwickeln wir in Zusammenarbeit mit der Bibliothek ein anspruchsvolleres Informationssystem, das dem Nutzer noch mehr Möglichkeiten bietet„, erklärt Michael Tauer. Für diese zusätzliche Entwicklungsleistung revanchiert sich die Bibliothek mit Unterstützung beim Marketing der jungen Firma.

“Wir wollen so schnell wie möglich auch für Apple-Systeme kompatibel werden„, beschreibt Anja Kasdorf die nächste Ziele des Trios. “Dann können Leute über ihr I-Phone oder das I-Pad genau gucken, an welchem Bahnsteig in einer fremden Stadt ihr Zug abfährt, welches Geschäft in einem Einkaufszentrum gerade günstige Angebote hat oder wie man auf einem Kreuzschiff vom Zwischendeck zum Speisesaal findet.„ Doch so international die Pläne der Firmengründer auch klingen, der Standort von “mapongo„ soll Cottbus bleiben. Michael Tauer: “Wir haben hier durch die Uni und den engen Kontakt zu den verschiedenen Lehrstühlen enorme Vorteile, die wir das nicht aufgeben wollen.„

Zum Thema:

Die Firma “mapongo„ wurde kürzlich mit dem Lausitzer Existenzgründerpreis in Höhe von 5000 Euro ausgezeichnet. Außerdem erreichte sie im Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg 2010 für die Einreichungen der BTU Cottbus in der Kategorie Technology die beste Platzierung.