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| 02:40 Uhr

BTU-Schwimmhalle verkauft

Die ehemalige Schwimmhalle an der BTU ist seit Jahren ein Schandfleck am Campusrand.
Die ehemalige Schwimmhalle an der BTU ist seit Jahren ein Schandfleck am Campusrand. FOTO: hil
Cottbus. Sie gehört zu den hässlichen Schandflecken der Stadt: Direkt am Rande des Universitätscampus gelegen, bietet die leer stehende BTU-Schwimmhalle seit Jahren ein trostloses Bild. Jetzt hat die Stadt die Immobilie verkauft. Andrea Hilscher

Helmut Rauer, Geschäftsführer der Firma Bautec freut sich. Gerade hat er - nach einer öffentlichen Ausschreibung von der Stadt die frühere BTU-Schwimmhalle erworben. 13 Jahre lang stand das Gebäude leer, Vandalismus und ein Brandschaden haben ihre Spuren hinterlassen. Wegen schwieriger Nutzungsauflagen scheiterte bisher jeder Verkaufsversuch vonseiten der Stadt. "Aber ich liebe solche Aufgaben. Je verrückter, umso besser", sagt Helmut Rauer.

Der Standort sei reizvoll, die Bausubstanz nicht wirklich schlecht. "Obwohl einige Experten das anders sehen", gibt er zu. Dennoch verlässt Rauer sich hier auf sein Gefühl, will das Grundstück entwickeln - obwohl er noch nicht wirklich weiß, was er mit dem 7000 Quadratmeter großen Areal neben dem Campusgelände anfangen will.

Anja Zimmermann, Fachbereichsleiterin Immobilien: "Im B-Plan ist eine Nutzung für Sport und Freizeit vorgesehen." An dieser Vorgabe seien alle früheren Interessenten gescheitert. Auch die BTU habe trotz mehrfacher Angebote kein Interesse gezeigt, den Campus in dieser Richtung zu erweitern. "Die Vermarktung der leer stehenden Halle war eine Herausforderung und wir sind froh, dass sie nun verkauft ist."

Erbaut wurde die Schwimmhalle 1975, dann im Jahr 1991 um einige Anbauten ergänzt. Im Jahr 2003 wurde die beliebte Schwimmhalle geschlossen, Experten bescheinigten dem Bau eine erhöhte Einsturzgefahr. Das Bad blieb geschlossen - trotz aller Wiederbelebungsversuche vonseiten engagierter Sportfreunde. Im Jahr 2012 sorgte dann ein Feuer dafür, dass das Gebäude weiter an Wert verlor.

Helmut Rauer: "Wir prüfen jetzt, was die Gebäudeertüchtigung kosten wird." Parallel dazu nimmt Bautec-Mitarbeiterin Roxana Friebel Kontakt zu verschiedenen Lehrstühlen der BTU auf. Sie selbst schreibt dort gerade ihre Masterarbeit, die Firma Bautec hat bereits bei früheren Projekten rund um die Weiterentwicklung der Lagune mit den Lehrstühlen um die Architekten Bernd Huckriede und Heinz Nagler zusammengearbeitet. "Jetzt wollen wir prüfen, ob Studenten aus den Bereichen Architektur oder Entwerfen uns dabei helfen können, Ideen für die Halle zu entwickeln", so Roxana Friebel.

Helmut Rauer kann sich eine Nutzung der Halle als Eislaufarena vorstellen. "Viele Cottbuser fahren mit ihren Kindern nach Weißwasser oder Senftenberg. Sie würden sich bestimmt freuen, wenn sie hier ein entsprechendes Angebot vorfänden." Auch andere Trendsportarten kann er sich in der Halle vorstellen. "Mal schauen, was den Studenten Tolles einfällt." Ursprünglich hatte Rauer geplant, seine Zusammenarbeit mit den Machern der Party-Location "Prima Wetter" fortzusetzen, die ihr Domizil auf dem frühen Kleingartengelände "Abendfrieden" im Herbst räumen mussten.

"Leider ist der Betrieb einer ,Vergnügungsstätte' am Standort der Schwimmhalle ausdrücklich ausgeschlossen", so Rauer. Ein neues "Prima Wetter" wäre nicht genehmigungsfähig. "Aber vielleicht können wir Teile des Konzeptes retten und in unsere neue Nutzung integrieren."

Was der Investor allerdings ausschließt: "An Abriss und eine Wohnbebauung denke ich derzeit nicht." Wie sich Cottbus in zehn Jahren entwickelt, welche Bedarfe vielleicht auch die Universität anmeldet, stehe auf einem anderen Blatt. "Aber für die kommenden Jahre planen wir mit der Halle." Das Projekt soll die Lebensqualität in der Stadt erhöhen. "Und solange die Nebenkosten dabei reinkommen", bin ich zufrieden." Sagt Helmut Rauer, und freut sich.