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| 01:04 Uhr

Bruno Dickhoff

Cottbus.. Der Sohn eines Rangiermeisters wurde vor 120 Jahren, am 27. Oktober 1885, in Cottbus geboren. Nach Besuch der Volksschule erlernte Bruno Dickhoff den Beruf des Tuchmachers, den er in der Tuchfabrik Grovermann ausübte.

Wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten entlassen, fand er in einer Luckenwalder Tuchfabrik Arbeit. 1922 trat er der KPD bei. Als Weber stand er 1928 erneut in Cottbus in Lohn und Brot. In der Nazizeit schloss er sich der Widerstandsgruppe um den Modelltischler Willy Jannasch an, die vor allem Flugschriften zur Entlarvung der Hitler-Diktatur über die tschechische Grenze nach Deutschland schmuggelte und in Cottbus und vielen Nachbarorten unter Gefahr auf Märkten und Briefkästen verteilte. 1936 flog die Gruppe durch Verrat auf. Dickhoff wurde vom Berliner Kammergericht zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Er musste das Zuchthaus Brandenburg-Görden erleiden, wo der Leiter seiner Gruppe an den Folgen von Misshandlungen 38-jährig starb. Dickhoff überlebte auch das folgende Zuchthaus Waldheim und arbeitete nach seiner Entlassung unter Polizeiaufsicht wieder in der Cottbuser Textilindustrie. Der Antifaschist galt weiterhin als wehrunwürdig und wurde deshalb auch in den letzten Kriegstagen nicht zum Volkssturm geholt.
Nach dem Krieg war er im Zeitungsvertrieb tätig. 1968, wenige Jahre nach Dickhoffs Tod, wurde eine Straße in Sandow nach ihm benannt, die 1991 in Hermannstraße (nach einem Grundstücksbesitzer) rückbenannt wurde. (krö)