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| 18:28 Uhr

Cottbus
Brücken werden zu Problemzonen

Die Baken an der Sanzebergbrücke dürften bald verschwinden. Sie sichern nur frisch verfüllte Löcher auf der neuen Brücke ab.
Die Baken an der Sanzebergbrücke dürften bald verschwinden. Sie sichern nur frisch verfüllte Löcher auf der neuen Brücke ab. FOTO: LR / Peggy Kompalla
Cottbus. Nachdem zwei Fußgängerbrücken abgerissen wurden, sind derzeit zwei gesperrt. Und selbst bei einem Neubau stehen derzeit Sicherungsbaken. Von Peggy Kompalla

Wer dieser Tage die Spree entlangspaziert, begegnet ziemlich oft Warnhinweisen. Sowohl die Fußgängerbrücke zum Stadion der Freundschaft als auch die Kollwitzbrücke sind komplett gesperrt. Zumindest für die Stadionbrücke laufen die Vorbereitungen für eine Sanierung. Die Kollwitzbrücke muss dagegen auf eine Reparatur noch immer warten. Und dann stehen da plötzlich Warnbaken mitten auf der Sanzebergbrücke. Dabei war die erst für 1,4 Millionen Euro neu gebaut und vor einem halben Jahr eingeweiht worden.

Stadtsprecher Jan Gloßmann gibt zumindest für dieses Bauwerk Entwarnung. In Sandow wird keine Sperrung vorbereitet. „Auf der Sanzebergbrücke standen Klapppoller, die unrühmlicherweise rausgerissen und in die Spree geworfen wurden.“ Deshalb habe sich die Stadt nun dafür entschieden, die Konstruktion zu entfernen. „In dem Zuge wurden die Löcher im Belag verfüllt“, erklärt Gloßmann. „Das Material muss noch aushärten. Die Baken sind aufgestellt worden, damit niemand hineintritt.“ Die Sicherungsvorrichtung sollte in den nächsten Tagen entfernt werden können.

Am Freitag beginnen mit der Verlegung der Bahn-Oberleitungen die Vorbereitung für die Sanierung der Stadionbrücke.
Am Freitag beginnen mit der Verlegung der Bahn-Oberleitungen die Vorbereitung für die Sanierung der Stadionbrücke. FOTO: Stadt Cottbus

Auch an der Stadionbrücke tut sich etwas nach gut einem Jahr Wartezeit. Für Freitag kündigt Stadtsprecher Gloßmann erste Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung des Bauwerks an. Demnach werden an dem Tag die Bahn-Oberleitungen verlegt. Dafür ist eine Sperrpause nötig, in der keine Züge auf der Bahnstrecke fahren. Ende August wird es demnach eine zweite Sperrpause für den Zugverkehr geben. Dann soll das Arbeitsgerüst aufgestellt, der Berührungsschutz abgebaut und eine feste Absperrung aufgebaut werden. Erst danach könne mit den Abbruch- und Reparaturarbeiten begonnen werden.

Bei der Instandsetzung werden sowohl die Treppen als auch das Brückenbauwerk selbst in Ordnung gebracht. Die Arbeiten ziehen sich nach Einschätzung der Stadt mindestens bis ins Frühjahr nächsten Jahres hin. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich demnach auf rund 1,1 Millionen Euro.

Ursprünglich sollte die Brücke in zwei Schritten saniert werden. Doch auf die Ausschreibung der kleineren Baulose hatten sich keine Unternehmen beworben. Deshalb hat sich der Start der Sanierung hingezogen. Die Fußgängerbrücke zum Stadion ist seit dem 28. Juli 2017 gesperrt. Der FC Energie Cottbus erwartete an dem Wochenende ein gut gefülltes Stadion zum Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart. Eine Prüfung des Bauwerks hatte im Vorfeld gezeigt, dass es nicht zu verantworten gewesen war, wenn Tausende Menschen darübergehen.

Noch steht kein Termin für die Kollwitzbrücke am Familienhaus. Die defekten Holzbohlen sollen noch in diesem Jahr ausgebessert werden.
Noch steht kein Termin für die Kollwitzbrücke am Familienhaus. Die defekten Holzbohlen sollen noch in diesem Jahr ausgebessert werden. FOTO: LR / Peggy Kompalla

Wann die Kollwitzbrücke am Familienhaus wieder auf Vordermann gebracht wird, ist indes noch immer unklar. Das erklärt Jan Gloßmann auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Ein Alba-Fahrzeug hatte die Brücke genutzt, obwohl sie nur für Fahrräder und Fußgänger ausgelegt ist. Die Folge: zwei unübersehbare Löcher. Die Holzbohlen waren offensichtlich unter dem Gewicht weggebrochen. Einen Tag vor dem Stadtfest musste die Brücke deshalb gesperrt werden.

„Es laufen noch die Abstimmungen zwischen dem Schadensverursacher, der Versicherung und der Stadtverwaltung“, erklärt der Stadtsprecher. „Insofern können derzeit noch keine konkreten Termine für die Reparatur benannt werden.“ Es sei jedoch fest geplant, die Kollwitzbrücke noch in diesem Jahr wieder gangbar zu machen. Dabei werde es sich zunächst auf eine Reparatur beschränken, obwohl die Brücke eine Sanierung nötig hätte. Geplant ist laut Stadt der Austausch der beschädigten Holzbohlen.

Glücklicherweise bestehen die Unterbauten der Kollwitzbrücke nicht aus Holz. Dann hätte sie möglicherweise ein ähnliches Schicksal ereilt wie den Lönssteg und den Wernersteg. Erster wurde zu Beginn des Jahres 2017 nach langer Sperrung abgerissen. Der Wernersteg verschwand bereits im Jahr 2011. Für beide wird es keine Ersatzbauten geben.