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Briesmanns Appell neu aufgelegt

Im Cottbuser Regia-Verlag ist der Briesmann-Text mit neuer Übertragung und Kommentaren gestern gedruckt worden.
Im Cottbuser Regia-Verlag ist der Briesmann-Text mit neuer Übertragung und Kommentaren gestern gedruckt worden. FOTO: Elsner
Cottbus. Der Thesenanschlag Martin Luthers im Jahr 1517 war der Auftakt zur Reformation. 500 Jahre danach wird das Reformationsjubiläum in ganz Deutschland gefeiert. Ulrike Elsner

Für das Cottbuser Stadtmuseum ist das Anlass zu einer Sonderausstellung, die am 8. November eröffnet werden soll. Zudem erlebt eine dem Cottbuser Reformator Johannes Briesmann gewidmete Publikation in der Reihe "Cottbuser Blätter" morgen ihre Premiere.

Briesmann, Enkel des damaligen Zweiten Bürgermeisters von Cottbus, war ganz nah dran an Luther. Seine Schrift "Unterricht und Ermahnung Doktor Johannes Briesmanns, Barfüßer Ordens, an die christliche Gemeinde zu Cottbus" ist 1523 erschienen und im Original nur noch in der Bibliothek Regensburg vorhanden. Der ehemalige Franziskanermönch war mit dem Auftrag, sich zum Lehrer ausbilden zu lassen, nach Wittenberg geschickt worden, erläutert Steffen Krestin, Leiter der Städtischen Sammlungen. 1522 musste er Wittenberg verlassen, weil dort die Franziskaner ausgewiesen wurden. Also kehrte er nach Cottbus zurück und predigte hier lutherisch. Was vom Landesherrn untersagt war und deshalb zu Konflikten führte.

Ein halbes Jahr verbrachte der Reformator in Cottbus, ehe er nach Königsberg geschickt wurde. Dort war Briesmann, so Krestin, "an der Reformation im deutschen Ordensstaat beteiligt". Dabei hat er seine Heimatstadt aber nicht vergessen. Im Jahr 1523 erschien "Unterricht und Ermahnung Doktor Johannes Briesmanns, Barfüßer Ordens, an die christliche Gemeinde zu Cottbus". Wie der Museumschef betont, handelte es sich um "eine Darstellung seines Glaubensbekenntnisses, seines Luther folgenden Weltverständnisses sowie ein Stück Autobiografie". Briesmanns Werk ist immerhin die älteste reformatorische Schrift in Brandenburg.

Im Jahr 1939 ist anlässlich des Jubiläums 400 Reformation im Kurfürstentum Brandenburg ein Reprint herausgekommen, das auch in der Ständigen Ausstellung des Cottbuser Stadtmuseums gezeigt wird. Diese Schrift von nur 14 Seiten steht im Mittelpunkt der 100 Seiten umfassenden Neuerscheinung. Zudem hat Stadtarchivar Udo Bauer das Werk buchstabengetreu transkribiert und mit Anmerkungen versehen. Eine Übertragung mit Anmerkungen hat Christian Lehm und eine dem heutigen Sprachgebrauch angenäherte Fassung hat Waldemar Natke beigesteuert.

Zum Thema:
Am Mittwoch, 14. Juni, 19 Uhr, wird die Neuerscheinung "Unterricht und Ermahnung Doktor Johannes Briesmanns, Barfüßer Ordens, an die christliche Gemeinde zu Cottbus" in der Reihe "Cottbuser Blätter" im Stadtmuseum Cottbus, Bahnhofstraße 22, vorgestellt.Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, jeweils 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag, 13 bis 18 Uhr.