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| 21:27 Uhr

Vereinsleben
Briesener Schützen möbeln den alten Auerochsen-Stall auf

 Manfred Richter (l.) und Frank PIater beim Anbringen der Deckendämmung. Mit geschickter Hand und Organisationstalent ist der Stall zur Vereinsstätte der Briesener Schützen geworden.
Manfred Richter (l.) und Frank PIater beim Anbringen der Deckendämmung. Mit geschickter Hand und Organisationstalent ist der Stall zur Vereinsstätte der Briesener Schützen geworden. FOTO: Georg Zielonkowski
Dissen . Schützenlegen kräftig Hand an an einem ausgedienten Stallgebäude in Dissen. Die Baumaterialien von einem Abriss-Einkaufsmarkt schonen die Vereinskasse. Von Georg Zielonkowski

Die Mitglieder des Schützenvereins Briesen haben in Dissen einen alten Stall, in dem einst Auerochsen des Sielower Agrarbetriebes standen, aufgemöbelt. Vor zwei Jahren haben sie das Stallgebäude, entdeckt. Die 47 Sportschützen haben es für gut geeignet befunden – und sich ans Werk gemacht.

Der Vereinsvorsitzende hat das Grundstück mit den Gebäuden erworben. In einem optischen Zustand, der den Vereinsleuten zunächst viel Fantasie abverlangte. Denn wirklich vorstellen konnte sich kaum einer, dass hier eine tolle Sportanlage entstehen könnte.

 Der alte Auerochsen-Stall.
Der alte Auerochsen-Stall. FOTO: Georg Zielonkowski

Der Spitzfindigkeit und dem Ideenreichtum des Frank Piater ist es zu verdanken, dass sich der Umbau auch finanziell in überschauberen Grenzen halten ließ. Viele bereits der Müllkippe gewidmeten Materialen seien nach dem Abriss eines  Marktes im Cottbuser Norden umgelagert und am Vereinsbau wiederverwendet worden. Dazu gehört auch die hochwertige Dämmung des Gebäudes. Denn: Im Interesse einer gedeihlichen Nachbarschaft sollen künftig möglichst kaum Schießgeräusche nach draußen dringen, so das Ziel der Aktion. Steine, Balken und Teile der Klimaanlage wurden von den Schützen und der beauftragten Abrissfirma ebenfalls gerettet und nach Dissen transportiert worden. Die Mitglieder haben Hand angelegt, aus dem dörflichen Umfeld sind Firmen für spezielle Aufträge gebunden worden.

 Der aufgemöbelte Stall.
Der aufgemöbelte Stall. FOTO: Georg Zielonkowski

Koordiniert wurden all diese Arbeitsgänge von Manfred Richter. Früher beruflich als Bauleiter unterwegs, kam dem jetzigen Rentner dieser Job gerade recht. „Still sitzen wäre ohnehin nicht mein Ding gewesen, so bin ich in der Aufgabe eines ehrenamtlichen Bauleiters regelrecht aufgegangen. Und ich konnte so meinem Verein noch gute Dienste leisten“, erzählt das langjährige Mitglied des Vereins.

Inzwischen werden hier alle Schießsport-Disziplinenvon zehn bis 50 Metern betrieben, zusätzlich haben auch die Bogenschützen im Verein eine Heimat und auf dem hinteren Teil des ehemaligen Agrarhofes ihre Scheiben in den Entfernungen von bis zu 90 Metern aufgestellt.

Ungeachtet vieler freiwilliger Arbeitsstunden haben die Schützen kontinuierlich ihre Trainingseinheiten weitergeführt. Und dies mit Erfolg, wie einige Kreis- und Landesmeistertitel beweisen. Paul Judek ist ein Vorzeige-Schütze. Er wird zum kommenden Schuljahr an die Frankfurter Sportschule wechseln, um sich hier in den Disziplinen Trap und Pistole weiterzuentwickeln.

Durch den Umzug nach Dissen haben Einwohner auch schon Interesse am Mitmachen im Schützenverein bekundet. Vertieft werden können die Erstkontakte Ende August, wenn zu einem Vereinsfest auf das Gelände eingeladen wird. Hier können die Besucher das neue Dissener Vereinsdomizil erkunden – und garantiert werden auch viele Leute sich nur noch schwer vorstellen können, dass hier bis vor zwei Jahren die Auerochsen standen.