(sha) Mit einem offenen Brief haben sich die Bewohner der Rudolf-Breitscheid-Straße 8 an den Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) gewandt. Darin wird gefordert, die Baugenehmigung für den abgebrannten Carport auf ihrem Hinterhof zu überprüfen. Viele der Anwohner fürchten sich nach dem Brand am 7. März. Ihren Beobachtungen zufolge ist das Ausmaß des Feuers auch auf die Bauweise des Carports zurückzuführen.

„Das ging alles verdammt schnell“, bestätigt Benjamin Schiller. Er selbst wurde kurz nach 4 Uhr aus dem Schlaf geklingelt – von seinen Nachbarn, die das Knistern des Feuers und den Brandgeruch bemerkt hatten. Alle verließen das Haus. „Fluchtartig“, wie es in dem offenen Brief steht. „Man hatte wirklich das Gefühl, der gesamte Hinterhof brennt“, sagt Schiller.

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Auslöser war eine brennende Mülltonne auf dem Nachbargrundstück. Das Feuer sprang auf den Carport und die darunter abgestellten Fahrzeuge über. 13 Autos wurden stark beschädigt, einige brannten vollständig aus. Die Polizei ermittelt zur Bandursache. Personen wurden nicht verletzt. Bei den Anwohnern hat das Feuer trotzdem Spuren hinterlassen. „Vor allem die Kinder beschäftigt das noch immer“, erzählt Claudia Ruschke, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern.

Das zeige sich im Verhalten, viele seien jetzt ängstlicher und wollen beispielsweise nicht mehr allein zu Hause bleiben. In ihrem offenen Brief fragen die Anwohner, warum überhaupt eine Baugenehmigung in einem eng besiedelten Gebiet für so einen großen Carport in Grenzbebauung erteilt wurde. Viele wollen, dass der Fahrzeugunterstand zumindest in seiner bisherigen Form – mit Holzdach und einer Länge von rund 25 Metern – nicht wieder aufgebaut wird. Insgesamt 25 Unterschriften, auch von Bewohnern der Nachbareingänge, wurden gesammelt.

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Die Anfrage befindet sich in Bearbeitung, wie Stadt-Pressesprecherin Madeleine Henning-Waniek auf RUNDSCHAU-Nachfrage sagt. Ein Antwortschreiben an die Bewohner werde vorbereitet, dieses bedarf aber noch etwas Zeit. Frühestens Ende nächster Woche soll es vorliegen. Im Vorfeld will sich die Stadt  zum Sachverhalt nicht äußern.