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| 14:47 Uhr

Videoüberwachung würde helfen
Abgebrannte Autos in Cottbus: Polizei sucht weiter Zeugen

 Großeinsatz für die Cottbuser Feuerwehr am 7. März: Ein offener Garagenkomplex in der Tiegelgasse brannte in voller Ausdehnung. Dabei wurden 13 abgestellte Fahrzeuge beschädigt. Es entstand nach erster Schätzung ein Sachschaden in Höhe von einer viertel Million Euro.
Großeinsatz für die Cottbuser Feuerwehr am 7. März: Ein offener Garagenkomplex in der Tiegelgasse brannte in voller Ausdehnung. Dabei wurden 13 abgestellte Fahrzeuge beschädigt. Es entstand nach erster Schätzung ein Sachschaden in Höhe von einer viertel Million Euro. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. In der Nähe des Cottbuser Busbahnhofs sind 13 Autos abgebrannt. Ausgangspunkt des Feuers war eine Mülltonne. Zeugen der Brandstiftung werden weiter gesucht. Der Polizei würde Videoüberwachung weiterhelfen.

Zwei Autos völlig ausgebrannt, die restlichen Pkw stark beschädigt, ein abgebrannter Carport, eine angeschmorte Hausfassade, völlig weggeschmolzene Mülltonnen: Das ist die Bilanz des Brandes in Cottbus, der nach Polizeiermittlungen vom Müllplatz übergegriffen hat. Schnell hatte sich der erste Verdacht der Brandstiftung bestätigt. Doch vom Täter gibt es bisher keine Spur. Auf den Zeugenaufruf der Polizei gab es bisher keine Reaktionen:

„Bis Freitag hat sich niemand gemeldet“, sagt Ralph Meier von der Pressestelle der Polizeidirektion Süd. Dabei könnte jede verdächtige Wahrnehmung zum mutmaßlichen Brandstifter oder den Brandstiftern führen. Dieselben Täter könnten auch für einen Mülltonnenbrand nur wenige Minuten später in der nur ein paar Schritte entfernten Marienstraße verantwortlich sein.

Mehrere Pkw in Cottbuser Breitscheid-Straße in Flammen FOTO: Michael Helbig

Cottbuser Polizei sucht Zeugen für Auto-Brandstiftung

Die Polizei geht davon aus, dass es hier einen Zusammenhang gibt und sucht nach wie vor Zeugen, die eventuell verdächtige Personen am frühen Morgen des 7. März gesehen haben. 4:21 Uhr geht der erste Notruf bei der Feuerwehr wegen des Feuers in der Tiegelgasse ein, 4:24 erfolgt dann der Notruf, weil eine Mülltonne in der Marienstraße in direkter Nähe des dortigen Busbahnhofes brennt.

Die Polizei sucht nach wie vor Zeugen, die eventuell etwas gesehen haben, was auf die Spur der Täter führt. „Die Tonne brennt meist erst, wenn die Person schon längst weiter gezogen ist“, sagte Polizeisprecher Torsten Wendt bereits in einem früheren RUNDSCHAU-Beitrag.

Das heißt also mögliche Zeugen könnten dem Täter oder den Tätern bereits kurz vor oder kurz nach der Tat begegnet sein und diese in der Nähe der Brandorte, also am Busbahnhof, in der Straße der Jugend oder auch in der Schwanstraße oder der Bahnhofstraße gesehen haben.

Autobrand Cottbus: Videoüberwachung wäre hilfreich

Wäre der Cottbuser Busbahnhof videoüberwacht, dann hätte die Kamera möglicherweise Bilder des Täters eingefangen, doch in Cottbus gibt es bisher nur am Stadthallenvorplatz Videoüberwachung. Diese war eingerichtet worden, nachdem es dort immer wieder Auseinandersetzungen zwischen ausländischen und deutschen Gruppen gegeben hat.

Hilfreich wäre eine gute Videoüberwachung auch bei der Suche nach dem Mann, der in der Silvesternacht einen 28-jährigen Deutschen am Stadtbrunnen in Cottbus niedergestochen hat. Für die Suche nach dem Täter muss die Polizei stattdessen auf qualitativ sehr schlechte Aufnahmen einer Überwachungskamera einer angrenzenden gastronomischen Einrichtung zurückgreifen, die im Hintergrund das Geschehen eingefangen haben. Aus Erfahrung weiß Polizeisprecher Ralph Meier: „Videoüberwachung hilft bei der Strafermittlung ungemein.“

Vorgaben zur Videoüberwachung in Cottbus

Doch um eine Videokamera rechtlich korrekt zu installieren, gilt es zahlreiche Vorgaben zu beachten. „Gründe für die Einschränkungen sind das allgemeine Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild.

Kurz gesagt: Jeder darf selbst entscheiden, wann Dinge seines persönlichen Lebens offenbart werden und ob Videos oder Fotos von ihm verbreitet werden. Sie dürfen dabei weder heimlich noch gegen den Willen eines anderen Aufnahmen von ihm machen.

Und selbst eine Kamera-Attrappe setzt Menschen nach Ansicht einiger Gerichte unter Überwachungsdruck“, heißt es dazu auf der Internetseite der Verbraucherzentrale. So empfehlen die Verbraucherexperten auch dann eine Hinweisschild zu platzieren, wenn nur das eigenen Grundstück gefilmt wird.

2014 ging aber laut juraforum.de ein Fall vor Gericht, bei dem ein Grundstückseigentümer auch das Grundstück des Nachbarn filmte. Da die 360-Grad-Kamera aber die im Nachbargrundstück aufgenommenen Gesichter automatisch verpixelte, sah das Gericht hier kein Problem.

In Treppenhäusern von Miethäusern ist Videoüberwachung laut www.juraforum.de möglich, wenn alle Mieter mit der Videoüberwachung einverstanden sind. Das Gleiche gilt aber auch, wenn die Kamera zur Vermeidung von Straftaten wie Einbrüchen und Vandalismus erforderlich ist. Dies setzt dann aber voraus, dass solche Taten bereits begangen worden sind. Aber auch in diesen Fällen sollte die Videoüberwachung laut des Onlineportals nicht heimlich erfolgen, sondern auf sie durch ein Schild hingewiesen werden.

Videoüberwachung in Cottbus nach Ausschreitungen eingeführt

Nach etlichen Ausschreitungen zwischen Ausländern und Deutschen hat die Stadt Cottbus ein zeitweiliges Alkoholverbot eingeführt und eine Videoüberwachung für den Stadthallenvorplatz eingerichtet.Dies habe eine deeskalierende Wirkung gehabt, wie die Pressestelle der Cottbuser Stadtverwaltung auf RUNDSCHAU-Nachfrage mitteilt. Pläne, die Videoüberwachung auf andere Plätze der Stadt auszudehnen, gebe es aber nicht.

Videoüberwachung sei vor allem dann das Mittel der Wahl, wenn es an einem Ort oder Platz vermehrt zu Straftaten und Übergriffen kommt, so Madeleine Henning-Waniek von der Pressestelle der Stadt. Dies sei am Stadthallenvorplatz der Fall gewesen. Ansonsten seien die Verwaltungshürden für das Einrichten einer Videoüberwachung sehr hoch, die Genehmigung obliege dann dem Innenministerium.

Bei der Suche nach dem Angreifer der Silvesternacht und nach dem Brandstifter sind deshalb vor allem die Wahrnehmungen der Cottbuser gefragt. Wer Hinweise geben kann oder etwas Verdächtiges wahrgenommen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0355 49371227 an die Polizei wenden.