| 17:09 Uhr

Eisenocker im Grabensystem
Brauner Nordgraben keine Gefahr für Spreewald

Schmutzig braun zeigt sich der Nordgraben zwischen Briesen und Fehrow in diesen Tagen.
Schmutzig braun zeigt sich der Nordgraben zwischen Briesen und Fehrow in diesen Tagen. FOTO: Elsner / LR
Cottbus. Schuld an der Eisenfracht ist das Raseneisenerz im Untergrund. Umweltamt schließt den Bergbau als Ursache aus. Von Ulrike Elsner

Der Nordgraben zwischen Döbbrick und Südumfluter zeigt sich derzeit schmutzig braun. „Ist das eine Folge des Grundwasseranstiegs in den früheren Tagebauen des Lausitzer Reviers?“, fragte kürzlich ein besorgter Leser am RUNDSCHAU-Reporter-Telefon. Und: Kann die Eisenfracht, die das Wasser offensichtlich mit sich trägt, die Wasserqualität in den Spreewaldfließen beeinträchtigen?

Es bestehe kein Grund zur Beunruhigung, versichert Umweltamtschef Stephan Böttcher auf Nachfrage. „Der Nordgraben ist seit eh und je braun.“ Die augenscheinliche Eisenhydroxid-Belastung sei  aber nicht Folge des Bergbaus.   Vielmehr sei die Bodenbeschaffenheit dafür verantwortlich. Denn im Untergrund befindet sich Raseneisenerz. Dadurch werde es immer einen gewissen Eiseneintrag in das Grabensystem geben. Das gleiche Phänomen stellen Anwohner und Experten übrigens auch im Schmellwitzer Fließsystem fest.

Raseneisenerz, wie es in der Vergangenheit auch im nahegelegenen Peitz  verhüttet wurde, sei die Ursache der Braunfärbung, bestätigt Rainer Schloddarick, Chef des Wasser- und Bodenverbands Oberland Calau. Intensive Niederschläge und schwankende Wasserstände, insbesondere Grundwasseranstieg, verstärkten den Eiseneintrag noch. Einen Einfluss des Bergbaus schließt auch Rainer Schloddarick aus.

Um der Eisenockerfracht im Nordgraben  entgegenzuwirken, helfe es, den Wasserstand durch Regulierung möglichst auf einem gleichbleibenden Niveau zu halten. Auch Entschlammung und die daraus folgende höhere Fließgeschwindigkeit verbessern die Situation, merkt Stephan Böttcher an. Dadurch wird das Wasser verdünnt. Für die Wasserqualität im Biosphärenreservat Spreewald gehe vom Nordgraben keine Gefahr aus. Er passiert über den Südumfluter die Barriere zum Spreewald und verdünnt sich dadurch.

„Bereits ab einer Konzentration von zwei Milligramm je Liter verfärbt sich das Wasser“, stellt Rainer Schloddarick fest. Optisch mache es aber keinen Unterschied, ob der Eisenhydroxid-Gehalt bei zwei oder 25 Milligramm je Liter liegt.

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