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| 19:04 Uhr

Anwohner in Branitzer Siedlung verärgert
Wer legt hier Steine in den Weg?

 In der Heinrich-Zille-Straße kann es im Gegenverkehr eng werden.
In der Heinrich-Zille-Straße kann es im Gegenverkehr eng werden. FOTO: LR / LR Beate Möschl
Anwohner in der Branitzer Siedlung nimmt Anstoß an Findlingen rund um die Wohnresidenz Gut Branitz Von Beate Möschl

Steinreich zu sein, ist in der Branitzer Siedlung kein Wunschtraum. Im Gegenteil, hier ist  eine Reihe von Findlingen zum Stein des Anstoßes geworden. Wie ein namentlich nicht genannt sein wollender Anwohner gegenüber der RUNDSCHAU schildert, sind die Findlinge entlang des Straßenrands rund um die Wohnresidenz eine echte Herausforderung für  Fußgänger, Radfahrer, Mütter mit Kinderwagen oder  Mitbürger mit Rollator. Denn sobald sich auf der Wohngebietsstraße zwei Fahrzeuge oder der Bus und ein Auto begegnen, wird es eng. Gehwege gibt es hier nicht. Sämtliche Verkehrsteilnehmer teilen sich hier eine Asphaltstraße. Auf dem begrünten Randstreifen neben der Straße rund um die Wohnresidenz behindern partiell Findlinge und Blumenschalen Fußgänger und Radfahrer, die dem Fahrzeugverkehr ausweichen wollen.

Er freue sich ja wie andere auch, dass mit dem Gut Branitz wieder Leben eingezogen ist und das zuvor fünf Jahre lang leerstehende, verwilderte Gelände wieder richtig schön aussieht. Aber warum der Eigentümer rund um das Gelände Findlinge ausgelegt hat, das erschließt sich ihm nicht, sagt der langjährige Anwohner und fragt: „Reicht es nicht, dass hier Park- und Halteverbotsschilder stehen, und darf hier jeder einfach Steine hinlegen, wenn ihm wildes Parken nicht passt?“

Die RUNDSCHAU  fragte nach bei der Stadtverwaltung und erfuhr:  Die Steine befinden sich auf öffentlichem Grund, das heißt, sie gehören da nicht hin. Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde seien vor Ort gewesen, um die Situation zu prüfen. Die sei für Fußgänger tatsächlich schwierig, berichtet Madeleine Henning-Waniek von der Stadtverwaltung. Gefahr im Verzug bestehe nicht. „Deshalb werden die Steine auch nicht von heute auf morgen beräumt“, so Henning-Waniek. Es gelte das Verursacher-Prinzip. Die Stadt werde das Gespräch mit ihm suchen „und hoffentlich eine Lösung finden“.

Gerd Mielke, Geschäftsführer der Wohnresidenz & Spa Branitz GmbH & Co. KG und Eigentümer der Immobilie, macht auf RUNDSCHAU-Nachfrage deutlich, dass er es nicht auf die Nachbarschaft abgesehen hat, sondern darauf, dass es insgesamt ordentlich und  gepflegt aussieht. Auch im Umfeld der Wohnresidenz. „Es handelt sich hier um ein Mischgebiet und eine verkehrsberuhigte Zone. Die Stadt hat an verschiedenen Stellen Halteverbots- und Parkverbotsschilder aufgestellt. Die werden massiv missachtet“, schildert Gerd  Mielke und fügt an: „Wir wissen ja, dass die Stadt nicht viel Geld hat für die Grünpflege, deshalb haben  wir auch Flächen außerhalb unserer Anlage in die Pflege genommen.“

Das sei auf eigene Initiative ohne Absprache mit der Stadt im Interesse eines abgerundeten Gesamteindrucks erfolgt. In dem Zusammenhang seien auch weitere Findlinge auf den Randstreifen zwischen Straße und Zaun gesetzt und die bereits vorhandene Stein-Reihe ergänzt worden. Nicht ohne Rücksicht auf Anwohner zu nehmen. Mielke: „Wir haben einen Randstreifen frei gelassen auf der Seite, wo sie unseren Einkaufsmarkt finden. Darauf haben wir die Anwohner aufmerksam gemacht und sie  gebeten, dass sie oder ihre Besucher auf diesem Randstreifen parken.“ Die Parkplätze im und am Gelände gehören zur Wohnresidenz. Sie sind privat und  den Gästen der Bewohner  sowie Besuchern  von Veranstaltungen und Spa vorbehalten.