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Branitzer Park
Der verlorene Kandelaber kehrt zurück

Noch gut verpackt ist der „verlorene“ Kandelaber, der am Montag vom Förderverein am Torhaus übergeben wird.
Noch gut verpackt ist der „verlorene“ Kandelaber, der am Montag vom Förderverein am Torhaus übergeben wird. FOTO: Daniel Schauff / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Cottbus. Am Montag übergibt der Förderverein „Fürst Pückler in Branitz“ den elften verlorenen Ort.

Schick sieht es rund ums Torhaus im Branitzer Park aus. Auf dem Pick-up der Stadtverwaltung liegen noch die Blätter, die sich gegen den heftigen Wind wehren können, die übrigen verwandeln das Areal im Norden des Parks in eine Herbstlandschaft.

Wenige Meter vom Torhaus entfernt steht ein mit Luftpolsterfolie und Klebeband verhüllter Kandelaber, eine Standleuchte, die erst seit Kurzem dort stehen muss, jedoch einem historischen Vorbild folgt. Auf einem Foto von 1890, aufgenommen vom Hoffotografen Carl Metzner 19 Jahre nach dem Tod des Fürsten Pückler, war ein gleichartiger Kandelaber zu sehen, erklärt Bernhard Neisener, Vorsitzender des Vereins Fürst Pückler in Branitz. Der Kandelar ist der elfte „verlorene Ort“, der am Montag durch den Verrein an die Stadt Cottbus und der Pückler-Stiftung übergeben wird.

Anlass der Übergabe ist Pücklers Geburtstag, der 232, den der Verein traditionell in des Fürsten Garten feiert. Letzterer hat sich pünktlich zum Ehrentag seines Schöpfers wieder herausgeputzt. Anfang des Monats hatten die Stürme Xavier und Ophelia ordentliche Schäden im Park hinterlassen. Erst am gestrigen Freitag gab Stiftungssprecherin Iris Sturzebecher Entwarnung. Die Baumpflegearbeiten mit schwerer Technik im Bereich Torhaus, Mondberge und am Eingang am Tierpark seien erfolgreich durchgeführt worden, die Hauptwege seien nun wieder freigegeben.

Allein im Innenpark hatte Xavier 15 große und fünf kleine Bäume umgelegt, wie Parkleiter Claudius Wecke kurz nach dem Sturm und einer ersten Bestandaufnahme vermeldet hatte. Mittlerweile zeugt kaum noch etwas von den Sturmfolgen. Am Freitag waren trotz Herbstwetters eine ganze Reihe Spaziergänger im gesamten Park unterwegs, betrachteten auch den verpackten Kandelaber am Torhaus.  

Rund 7500 Euro hat der gekostet, informiert Vereinschef Neisener. Der Fuß wurde in Lauchhammer in der Kunstgießerei gegossen, die Laterne stammt aus einer Gießerei in Berlin, zusammengefügt hat die Teile die Schmiederei Erhard Merkel aus Felixsee – ein ziemlich regionales Machwerk also.

Das Projekt „Verlorene Orte“ besteht seit 2005 als gemeinsames Projekt des Fördervereins und der Stiftung. Seit mittlerweile zwölf Jahren lautet das Ziel: den Park durch neue Anziehungspunkte attraktiver und dem heutigen Besucher die von Hermann Fürst von Pückler-Muskau angelegten Sichtachsen im Landschaftspark kenntlich machen. So erhielt der Park im Rahmen des Projekts von der Glaskugel auf dem Kugelberg, über das Kreuz auf dem Heiligen Berg und einen Kandelaber an der Schlossbrücke eine ganze Reihe „verlorener Orte“ zurück.

Der Kandelaber am Torhaus wird am Montag um 18 Uhr übergeben.