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| 14:24 Uhr

13 Fahrzeuge brennen in Cottbus
„Das Feuer regnete auf die Autos“

 Mindestens zwei Fahrzeuge sind nur noch als Totalschaden zu bezeichnen.
Mindestens zwei Fahrzeuge sind nur noch als Totalschaden zu bezeichnen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. 13 Autos haben in der Nacht zum Donnerstag in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Cottbus gebrannt. Anwohner schildern ihre Erlebnisse. Von Bodo Baumert

Es ist gegen 4 Uhr, als die Anwohner der Rudolf-Breitscheid-Straße am Donnerstagmorgen jäh aus ihrem Schlaf gerissen werden. Hinter dem Haus brennt es. In langer Reihe sind dort Autos unter einem Carport abgestellt. Fast alle stehen in Flammen.

Schnell alarmieren die Anwohner die Feuerwehr, manche mehrmals. Die Feuerwehr rückt mit zehn Fahrzeugen an, findet rasch den Brandort, der nur über die kleine Tiegelgasse zu erreichen ist, und beginnt mit den Löscharbeiten.

Mehrere Pkw in Cottbuser Breitscheid-Straße in Flammen FOTO: Michael Helbig

Es regnete Feuer

Das ist der Moment, in dem auch Maximilian Schulz bemerkt, was da vor seinem Haus vor sich geht. „Meine Freundin hat mich geweckt“, berichtet er am Morgen, nachdem die Löschfahrzeuge abgezogen sind. „Der ganze Carport stand in Flammen. Das Feuer regnete auf unsere Autos herab.“

Peter Borchart sieht sein Auto brennen

Maximilian Schulz hat Glück. Sein Auto parkt ganz am Ende der Reihe und wird von der Feuerwehr gerettet. Peter Borchart hat es härter getroffen. Sein Auto stand am Anfang der Reihe, unmittelbar neben dem Müllplatz, von dem das Feuer mutmaßlich ausgegangen ist. „Wir sind alle im Haus schockiert“, sagt er. Eine Nachbarin habe ihn geweckt. Im Flur standen dann alle zusammen und mussten mit ansehen, wie ihre Fahrzeuge in Flammen aufgingen. „Mein Nachbar hat sein Auto gerade erst neu gekauft, kurz vor Weihnachten“, erzählt Peter Borchart.

Mit dem aufkommenden Tageslicht wird der ganze Schaden sichtbar. Das Auto des Nachbarn: Totalschaden. Das Auto von Peter Borchart: stark beschädigt. Ob noch etwas zu retten ist, muss die Versicherung klären.

 Peter Borchart steht schockiert vor seinem beschädigten Fahrzeug, das neben dem Müllplatz geparkt war.
Peter Borchart steht schockiert vor seinem beschädigten Fahrzeug, das neben dem Müllplatz geparkt war. FOTO: Michael Helbig

Müllplatz als Ausgangspunkt

Insgesamt 13 Autos sind laut Polizei in Mitleidenschaft gezogen worden. Mindestens zwei sind nur noch als Totalschaden zu bewerten. Eine erste Schätzung der Ermittler geht von einer Schadenshöhe von 250 000 Euro aus. Auch die Häuserfassade hinter dem Carport ist in Mitleidenschaft gezogen worden. „Dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind, ist dem schnellen Einsatz der Feuerwehr zu verdanken“, sagt Polizeisprecher Torsten Wendt am Donnerstagmorgen.

Da haben bereits die Brandermittler die Arbeit übernommen. Ihre erste Lage-Einschätzung: Das Feuer muss von dem Müllplatz zwischen den Stellplätzen ausgegangen sein. Von den Containern sind nur noch verkohlte Reste übrig. Über die Holzbalken und Dachpappe des langen Carports haben sich die dann wohl auf die darunter stehenden Autos ausgebreitet.

Polizei sucht Zeugen

Nun läuft die Suche nach den Brandstiftern. Von den Anwohnern hat laut einer ersten Befragung niemand etwas gesehen.  Die Polizei hat aber einen weiteren Anhaltspunkt: Nicht weit entfernt, in der Marienstraße, hat ungefähr zur gleichen Zeit ein weiterer Müllplatz gebrannt – ohne, dass sich das Feuer ausbreiten konnte.

Die Polizei sucht nun Zeugen: Wer hat in der Nacht etwas im Umfeld des Busbahnhofes oder der angrenzenden Straßen beobachtet? Wer hat verdächtige Fahrzeuge gesehen? Auch Taxi- oder Busfahrer sowie Zeitungsausträger könnten wichtige Hinweise geben. Wer etwas beobachtet hat, sollte die Polizei informieren, unter Telefon 0355 49371227