Seit Jahresbeginn gilt die Bonpflicht: Das betrifft jeden Verkaufsvorgang: vom Bäckerbrötchen bis zum Großeinkauf im Supermarkt. In vielen Geschäften werden die Bons automatisch vom Kassendrucker ausgegeben. Wenn der Kunde den Kassenzettel nicht will, wandert der Bon direkt in den Papierkorb. Gerade bei Händlern, die große Warenmengen in kleiner Stückzahl verkaufen, stößt das auf Unverständnis.

Kunden verärgert über Papierverschwendung

Die Bonpflicht ärgere ihre Kunden, sagt Diana Lewandowski von der Bio-Bäckerei Schmidt. Das hatte sie schon zuvor befürchtet. Es geäbe zahlreiche Beschwerden über den unnötigen Papierabfall. „Ich möchte, dass meine Kunden die Bäckerei mit einem positiven Gefühl verlassen.“, sagt sie. Die Bonpflicht wirke sich nachteilig auf die Atmosphäre im Laden aus. Viele Kunden würden die Zettel noch im Geschäft entsorgen. Diana Lewandowski hat zu diesem Zweck Mülltüten bereitgestellt. Nur nehmen den Bon mit. Eine Kundin habe ihr aber auch gesagt, sie hebe ihre Zettel auf und schickedie Sammlung ans Finanzamt.

Cottbuser halten die Bonpflicht für Unsinn

Dass gegen Steuerhinterziehung vorgegangen werde, ist nachvollziehbar. Mit der Bonpflicht finden das die befragten Kunden jedoch wenig sinnvoll. Manuela Hockauf aus Ruhland sagt. „Alle sind angehalten, weniger zu verbrauchen, um die Umwelt zu schonen. Und dann werden Händler gesetzlich dazu verpflichtet, Papierabfall zu produzieren.“

Jessica Schmidt aus Cottbus wird einen Großteil der Bons nach Erhalt gleich wieder entsorgen. Sie benötige grundsätzlich nur dann den Kassenzettel, wenn sie den Preis noch einmal nachrechnen wolle oder Produkte, die Garantieleistungen haben, gekauft hat.

Auch Ronja Keidel aus Cottbus lässt sich nur bei größeren Warenmengen den Kassenzettel aushändigen. Für kleine braucht sie ihn meist nicht. Sie betont auch die ökologischen Nachteile der Bonpflicht. Die Option, Bons per App oder Mail zu erhalten, kannte sie bisher nicht. Vom Kassenzettel in Papierform auf den digitalen Bon umzusteigen, sei aber eine Überlegung wert: „So könnte man auch einen besseren Überblick über seine Ausgaben behalten“, sagt sie.