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"Bloß ein Blitzer fehlt noch"

Die Mädchen und Jungen der Kita Kunersdorf nahmen jetzt kurz vor Ostern ihren gesponsorten Verkehrsgarten in Besitz.
Die Mädchen und Jungen der Kita Kunersdorf nahmen jetzt kurz vor Ostern ihren gesponsorten Verkehrsgarten in Besitz. FOTO: Hirche/jul1
Kunersdorf. Für die 56 Mädchen und Jungen der Kita "Kunterbunt" in Kunersdorf gibt es eine neue Attraktion. Jetzt wurde ein Verkehrsgarten eröffnet. Die kleine Teststrecke für alle Roller- und Dreiradfahrer schlängelt sich rings um den Spielplatz der beiden Kindergartengruppen. Marion Hirche / jul1

Zur Eröffnung waren auch Jürgen Rehnus, Mitarbeiter im Fachbereich Ordnung und Sicherheit der Großgemeinde Kolkwitz und Ralph Attig, Revierpolizist in Kolkwitz dabei.

"Wir haben im letzten Jahr hier vor der Kita geblitzt. Dabei haben uns die Kinder beobachtet und fanden das sehr interessant. Im Anschluss waren wir noch in der Kita und haben Verkehrserziehung mit den Knirpsen gemacht. Dabei ist die Idee geboren, hier einen Verkehrsgarten einzurichten", berichtet der Mann in der blauen Uniform. Zusammen mit seinem Kollegen Michael Koppatz haben sie sich danach auf Suche nach Sponsoren für Verkehrsschilder begeben und wurden fündig. Unterstützung gab es aus der privaten Wirtschaft und von der Gemeinde. Jetzt zieren sechs Verkehrsschilder den Rundkurs um das Klettergerüst. Sogar ein Zebrastreifen wurde in den Rundweg eingebaut.Bei der Eröffnung haben die beiden Männer mit den Kindern die Verkehrszeichen zunächst besprochen. Die Radwegkennzeichnung kannten die Vier- bis Sechsjährigen. Am "Durchfahrt verboten"- Schild bemerkte Leander Kaerger aus Papitz: "So ein Schild steht an der Schule in Krieschow. Das weiß ich, weil mein Bruder dort lernt." Erklärt wurden auch das Hauptstraßenschild, der Zwangspfeil und "Vorfahrt beachten". Dann gab es für die Kinder kein Halten mehr. Kitaleiterin Heike Hantsch gab die Fahrzeuge frei. Die ersten stürmten zu den Rollern und Dreirädern und begaben sich auf ihre "Straße". Andere platzierten sich am Fußgängerüberweg, fest entschlossen, das Vorfahrtsrecht der Fußgänger in Anspruch zu nehmen.

Dass alle gut zugehört hatten, bewiesen die "Fahrzeug"-führer und warteten geduldig am Zebrastreifen. Auch so hielten sich die Kinder an die Vorschriften der Schilder. Nur an der Kreuzung zwischen Haupt- und Nebenstraßen kam es fast zur Kollision, aber Vorfahrtsregeln sind auch für manchen erwachsenen Kraftfahrer schwer. Jonas Schmidt aus Kunersdorf musste überlegen: "Ach, bei diesem gelben Viereck bin ich auf der Hauptstraße." Als dann auch noch die Kinder der Krippengruppen neugierig gucken kamen, war "Rushhour" im Kunersdorfer Verkehrsgarten angesagt. Alexander Korreng behielt dennoch den Überblick: "Da fehlt noch ein Blitzer" stellte der Fünfjährige fest. "Das ist eine tolle Bereicherung für unsere Kita", freute sich Leiterin Heike Hantsch.